Wunderbar leben – alltagstaugliche Spiritualität

Früher habe ich meine eigene und die Spiritualität von anderen vor allem an zwei Faktoren gemessen: Bibel lesen und Gebet. Das war mein Maßstab. Geistlich war, wer die Bibel gut kannte und viel Zeit im Gebet verbrachte.

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Birgit Schilling: Durchgangsstation, nicht Endstation Sehnsucht

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Als sich bei mir nach einigen Ehejahren trotz Kinderwunsch keine Schwangerschaft einstellte, wurde ich fast krank vor Sehnsucht nach einem Kind.

Als Missionarin in Nepal lebend, überkam mich immer mal wieder unbändige Sehnsucht nach ganz profanen Dingen: nach Schwarzbrot, Erdbeermarmelade oder einem Spaziergang durch den sommerlichen deutschen Wald.

 

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Kerstin Hack: Mein Herz entdecken – im Spiegel der anderen

Wenn man einen Menschen lang genug in einen Raum steckt, in dem die Sinne ausgeschaltet sind z. B. indem er in Salzwasser schwebt und kein Licht da ist, wird er früher oder später verrückt. Ohne spürbare Verankerung in der Begegnung mit der Realität kann er nicht mehr klar denken und fühlen. „Kerstin Hack: Mein Herz entdecken – im Spiegel der anderen“ weiterlesen

Nicht zufrieden geben – Rezension zu „Die Hütte und ich“

die-huette-und-ich_400Der Titel und einige Passagen des neuen Buches von Kerstin Hack beziehen sich auf den viel diskutierten Roman „Die Hütte“ von William Paul Young. Im Roman ist die Hütte als Symbol des Verlustes und tiefsten inneren Schmerzes und zugleich als Ort der Gottesbegegnung zu verstehen. Diese Chiffre überträgt die Autorin auf ihre eigene Situation im Frühherbst 2009: Die ausgesprochen kreative, fröhliche, energiegeladene, mitten im Leben stehende Unternehmerin geht mit einer lebensbejahenden Einstellung auch an ihre eigenen Probleme heran. Als sie spürt, dass durch vergangene Enttäuschungen und zerplatzte Träume Gottes Zugang zu ihrem Herzen blockiert ist, nimmt sie sich eine Auszeit und reist nach Antwerpen, um in der Wohnung von Freunden ihren Fragen nachzugehen und Gottes Antworten auf die Spur zu kommen. Diese Wohnung wird zu Kerstin Hacks „Hütte“, in der sie sich ihrem Schmerz stellt, ihren Sehnsüchten Raum gibt und das Gespräch mit Gott aufnimmt. Doch nicht nur die Unterkunft, auch ihre Streifzüge durch die Stadt und überraschende Begegnungen helfen ihr, Gottes Sicht der Dinge wahr zu nehmen. Ihr Blick auf Menschen und Ereignisse ist wach und neugierig, manchmal kindlich offen und unverstellt, ihre Erfahrungen sind hoch reflektiert und verarbeitet. Die Beschreibung, wie sie Gottes sehr persönliche Antworten, aber auch einfach nur seine Zuwendung erhält, macht dieses Buch nicht nur lesenswert, sondern auch Lust darauf, sich selbst nicht mit dem abzufinden, was an Unzufriedenheit und innerer Unruhe da ist. Der Leser bekommt eine Menge praktische Anregungen, selbst in sich hinein zu hören und aktiv und auf kreative Weise Gottes Herz für ihn zu suchen.

Susanne Tobies

Zuerst erschienen im Magazin „Aufatmen“ 2 / 2010.
Mit freundlicher Genehmigung.
http://www.aufatmen.de/

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Kerstin Hack: „Die Hütte und ich. Gott neu vertrauen – eine Reise“
Down to Earth, Berlin und Gerth Medien, Asslar
160 Seiten, € 12,80
Erhältlich direkt im Down to Earth Shop.

Kerstin Hack: Deine Berufung entdecken

Es gibt nichts Schöneres, als Menschen zu erleben, die genau das tun, was sie als ihre Berufung empfinden. Sie strahlen und leuchten und erleben Erfüllung. Menschen hingegen, die gar nicht richtig wissen, wozu sie auf dieser Welt sind, leben letztlich immer am Leben vorbei.
Deshalb ist die Frage „Wozu bin ich berufen?“ so entscheidend.

1. Berufen, Gottes Kind zu sein

In der Bibel steht: „Seine eigenen Kinder sollten wir werden durch seinen Sohn Jesus Christus. Das hat Gott schon damals aus Liebe zu uns beschlossen.“ Epheser 1, 5
Gottes Kinder werden wir, wenn wir an Jesus Christus glauben, unser Leben unter sein Management stellen und mit ihm leben (lies Johannes. 1, 12).
Wenn wir Gott unser Leben anvertrauen, ihn in uns aufgenommen haben, fließt seine Kraft in und durch unser Leben – wie die Kraft, die eine Weintraube hat, die ihre ganze Energie aus dem Weinstock bezieht, denn Jesus spricht: „Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht.“ Johannes 15, 5

2. Berufen, zu Gottes Familie zu gehören

Die Bibel vergleicht die Gemeinde mit einem Körper (Leib), in dem die einzelnen Glieder sich gegenseitig ergänzen und fördern. Wenn Du Dein Leben Jesus gegeben hast, gehörst Du damit automatisch zu seiner Familie, der Gemeinde. Der Apostel Paulus, der im ersten Jahrhundert viele Gemeinden gründete, erklärt das so: „So wie unser Leib aus vielen Gliedern besteht, so besteht auch die Gemeinde Christi aus vielen Gliedern und ist doch ein einziger Leib.“
Und: „Unser Leib soll eine Einheit sein, in der jeder für den anderen da ist.“ 1. Korintherbrief 12, 12 und 25
Es ist Gottes Plan, dass wir mit anderen Menschen verbunden sind und unsere Gaben, Talente und unseren Persönlichkeitsstil nutzen, um die anderen zu stärken und zu fördern.
Wenn wir in Gottes Familie dienen, können wir unsere Gaben effektiv einsetzen und trainieren. Gleichzeitig empfangen wir von den anderen Mitgliedern Kraft und Input. Aber wir sind nicht nur füreinander da, sondern auch von Gott berufen, dazu beizutragen, dass noch andere Menschen, die bisher noch nicht zu ihm gehören, Teil seiner Familie werden.

3. Berufen zu konkreten Aufgaben

Gott hat ganz bestimmte Pläne und Absichten mit Deinem Leben. Er hat Aufgaben vorbereitet, die nur Du erfüllen kannst. Die Bibel sagt: „Wir sind sein Werk, durch Jesus Christus neu geschaffen, um Gutes zu tun. Damit erfüllen wir nur, was Gott schon immer mit uns vorhatte.“ Epheser 2, 10
Aber man kann den Gipfel eines Berges nicht erreichen, wenn man nicht die unteren Regionen durchwandert hat.
Genauso ist es unmöglich, die spezifische persönliche Berufung zur Entfaltung zu bringen, wenn die Basis nicht stabil ist. Darum ist es wichtig, in Deine Beziehung mit Jesus und in das Leben in seiner Gemeinde zu investieren, um zur vollen Entfaltung Deiner persönlichen Berufung zu finden.

Berufung leben

Menschen, die ihre Gaben und Talente einsetzen, sind glücklicher als Menschen, die sich nur um sich selber drehen. Mutter Theresa hat immer von innen her gestrahlt . Das kann man von vielen reichen Popstars, die vom Drehen um sich selbst schon schwindelig im Kopf sind, nicht behaupten.

Gott dienen und die eigenen Gaben und Talente einzusetzen hat positive Auswirkungen:

1. Gott freut sich

Gott hat Dich so geschaffen, wie Du bist und er freut sich wie ein Vater über sein Kind, wenn Du das Potenzial, das er in Dich hineingelegt hat, voll ausschöpfst. Er liebt uns so sehr, dass er alles für uns investiert hat, um uns zu retten. Und er freut sich, wenn wir alles investieren, um anderen Menschen seine Liebe zu vermitteln.

2. Du freust Dich
Du blühst auf, wenn Du merkst, was in Dir steckt. Du spürst: „Wow – dafür bin ich geschaffen! Ich kann etwas einbringen!“
Vieles von Gottes ursprünglichem, perfekten Plan mit Deinem Leben konnte sich nicht entfalten, solange Du ohne ihn gelebt hast.
Durch Jesus wird Dein Leben in seiner ganzen Fülle wieder hergestellt. Gottes Leben lebt in uns – wir leben unser Leben mit ihm. Gott, der Vater freut sich unendlich, wenn Du das ganze Potenzial dessen, was er in Dich hineingelegt hat, voll ausschöpfst. Durch Dich soll Gottes Liebe in einzigartiger Weise sichtbar werden. Je mehr Du Deine Gaben einsetzt, umso mehr erkennst Du, wie einzigartig Du bist und wie Du damit Gott und Menschen dienen kannst.


3. Andere Menschen freuen sich

Christen, die ihre Talente einsetzen, um anderen zu helfen, zeigen Menschen, wie Gott ist. Sie sind ein Zeugnis für Jesus, der sagt: „Daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt.“ Joh. 13, 15.
Wenn Du das gibst, was nur Du geben kannst, werden alle davon profitieren. Wenn Du Deine Gaben und Talente nicht einsetzt, werden sie – und Du mit ihnen – verkümmern und anderen Menschen wird etwas Einmaliges fehlen, was nur Du geben kannst.

© Auszug aus „Nr. 1: Entdecke, wer Du bist, finde Deinen Platz“ von Leo Bigger und Kerstin Hack
Nr. 1 ist als Buch im shop von Down to Earth erhältlich.

Die Autorin freut sich über Rückmeldungen und Kommentare.

Hinweis: Down to Earth, 2002 (www.down-to-earth.de). Nur zum persönlichen Gebrauch. Veröffentlichungen in Printmedien oder im Internet nur nach schriftlicher Genehmigung von Down to Earth.

Hack, Schilling, Duval: Drei Frauen mit SWING – gesunde Lebensrhythmen finden

Drei Frauen in ganz unterschiedlichen Lebenssituationen stellen sich der herausfordernden Aufgabe, ihren Alltag so zu gestalten, dass alles geschafft wird, was zu schaffen ist, dabei aber das Leben nicht zu kurz kommt.

Birgit Schilling (Jahrg. `60) ist Mutter von drei Teenagern und freiberuflich als Supervisorin und Beraterin tätig. Gemeinsam mit Bianka Bleier schrieb sie das Buch: „Besser einfach – einfach besser. Das Haushalts – Survival Buch“, das sich mit der Frage beschäftigt, wie man den Haushalt so effektiv und praktisch gestalten kann, dass noch Zeit für anderes bleibt. Sie lebt mit ihrer Familie in Hürth bei Köln. (Im Internet: www.Birgitschilling.de)

Birgit-Cathrin Duval (Jahrg. `67) arbeitet als Journalistin und Fotografin für Tageszeitungen und Magazine. Ihre Reportagen führen sie rund um den Globus. Sie lebt in der Grenzecke D/F/CH und hat im April 2005 geheiratet. (Im Internet-Seite: www.bcmpress.de)

Kerstin Hack (Jahrg. `67) ist Single. Sie hat den Down to Earth Verlag (www.down-to-earth.de) in Berlin aufgebaut, engagiert sich im Netzwerk „Gemeinsam für Berlin“ für ihre Stadt und ist als Referentin zu Themen wie Gebet, Städte verändern, Gott erfahren und in Balance Leben tätig. In ihrem Internet-Tagebuch „Kerstinpur“ (www.kerstinpur.down-to-earth.de) erzählt sie frisch und offen von ihrem Leben.

Alle drei Frauen haben das Buch von Kerstin Hack „Swing. Lebe im Rhythmus der Schöpfung“ gelesen. Die Grundidee des Buches ist, das Leben so zu gestalten wie Gott es in der Schöpfungswoche tat. Er versuchte nicht, alles auf einmal zu schaffen, sondern gab jedem Tag seinen eigenen Schwerpunkt und schuf beispielsweise am ersten Tag „nur“ das Licht, ruhte am siebten Tag usw. Im Lebensalltag kann das – so das SWING-Konzept – so aussehen, dass man jedem der sieben Wochentage einen eigenen Schwerpunkt gibt (z.B. am 1. Tag der Woche Kreativität, am 7. Tag Ruhe) und so sicherstellt, dass die verschiedenen Elemente, die man für ein ausgewogenes Leben braucht, ihren Raum finden. In diesem Artikel erzählen die drei Frauen, ob und wie dieses Konzept in ihren unterschiedlichen Lebensformen umgesetzt werden kann.

Wie sieht bei dir eine normale Woche aus?

Kerstin Hack: Als Verlegerin und Autorin habe ich eigentlich einen sehr geregelten Wochenablauf: normale Bürozeiten hinter dem Computer von Montag bis Freitag und dann ein freies Wochenende. Allerdings sind die Aufgaben, mit denen ich mich innerhalb einer Woche beschäftige, sehr verschieden. Ich habe für jeden Wochentag einen anderen Schwerpunkt und genieße es, wenn ich die Woche so gestalten kann, dass z. B. der Montag schwerpunktmäßig für Kreatives, der Dienstag für Planen, der Mittwoch vor allem für Kommunikation etc. verwendet wird. Dieser Wochenrhythmus wird in der Regel nur dann gesprengt, wenn ich zu Vorträgen, Beratungsterminen oder Konferenzen unterwegs bin – dann kommt das Leben manchmal ganz schön durcheinander.

Birgit Schilling: Da ich erst vor einigen Monaten meine Weiterbildung zur Supervisorin beendet habe, für die ich viel unterwegs war, bin ich zur Zeit noch dabei, meinen zu mir passenden Wochenrhythmus zu finden. In der Regel arbeite ich morgens zwischen 8 und 14 Uhr in meinem Beruf. An den meisten Nachmittagen bin ich für die Kinder da und erledige Hausarbeit. Da wir an manchen Wochenenden in der Gemeinde aktiv sind, halte ich mir den Freitagmorgen so ganz für mich persönlich frei. Das gelingt mir nicht immer, aber doch immer öfter. Da kann es vorkommen, dass ich morgens, nachdem die Familie aus dem Haus gegangen ist, noch mal ins Bett gehe und schlafe, mich mit einer Freundin zum Einkaufsbummel treffe und einfach das mache, wozu ich gerade Lust habe. Im Blick auf die Hausarbeit habe ich nur für die Wäsche und den Wocheneinkauf feste Wochentage.

Birgit-Cathrin Duval: Selbstständig sein heißt, dass man selbst ständig etwas zu tun hat. Normale Bürozeiten und freie Wochenenden gibt es bei mir nicht. Es gibt Tage, an denen sich stündlich etwas ändert. Ein Anruf von der Redaktion, man muss zu einem Unfall oder einem Termin ausrücken, den die Tageszeitungen oftmals sehr kurzfristig vergeben. Wer in diesem Geschäft arbeiten will, braucht ein hohes Maß an Flexibilität und Disziplin. Das geht natürlich sehr zu Lasten des Privatlebens. Mir fällt es schwer, Ruhezeiten einzuplanen und sie einzuhalten. Seit vergangenem Sommer laufe ich jeden Montagmorgen mit einer Laufgruppe. Für mich ist das ein optimaler Start in die Woche. Das schafft Ausgleich und macht unheimlich Spaß.

Wie sieht bei dir eine ideale Woche aus?

Birgit Schilling: Wenn ich am Ende einer Woche zurückschaue und feststelle, dass ich in dieser Woche heiter und gelassen war ( mein WachstumszielJ) und dass alle wichtigen Aspekte meines Lebens Raum hatten, dann war das für mich eine ideale Woche. Dann habe ich mit Begeisterung in meinem Beruf/in der Gemeinde gearbeitet, war ich mit meinen Mädchen einige Male „eine Runde“ im Wald spazieren, hatte Qualitätszeiten mit Johannes. Wolfgang und ich verbrachten einen Abend in unserer Haussauna oder waren beim Italiener eine Kleinigkeit essen. Ich habe mich mit einer Freundin getroffen oder zumindest mit ihr länger telefoniert, war mehrmals joggen, hatte Zeit zur Stille und die Haushaltsarbeit ist getan.

Kerstin Hack: Eine Woche ist für mich dann perfekt, wenn es mir gelungen ist, den verschiedenen Aspekten des Lebens, die ich in SWING beschrieben habe, Raum zu geben: Kreativität, Ordnung, Produktivität, Rhythmus, Lebensfreude, Beziehungen und Ruhe. Wenn einer oder mehrere dieser Lebensbereiche zu kurz kommt, kann eine Woche immer noch gut sein. Aber wenn ich einen oder mehrere Aspekte auf Dauer vernachlässige, tut mir das überhaupt nicht gut. Ich wünsche mir, gedanklich nicht stehen zu bleiben, sondern beständig zu lernen. Deshalb finde ich es genial, wenn ich in der Woche etwas Neues lernen oder erfahren konnte.

Birgit-Cathrin Duval: Die perfekte Woche gibt es nicht. Wenn ich mir eine ideale Woche vorstellen würde und müsste am Wochenende erkennen, dass ich es nicht geschafft habe, wäre ich nur frustriert. Mir ist wichtig, täglich eine Balance zu finden zwischen Arbeit und Freizeit, da bei meiner beruflichen Tätigkeit die Grenzen sehr fließend sind. Umso mehr genieße ich die Lauftreffen am Montag mit anschließendem Frühstück oder freie Wochenenden.

Welche Dinge hast du gut im Griff?

Birgit Schilling: Mein Haushalt läuft dank der aktiven Mithilfe meiner Familie und einer Putzhilfe einmal die Woche wirklich gut. Damit meine ich nicht perfekt, aber halt sehr zeitsparend. Erst dadurch habe ich Freiraum für meinen Beruf und für Beziehungen, die mir wichtig sind.

Birgit-Cathrin Duval: Früh aufzustehen. Denn als Freiberufler ist man leicht versucht, einfach so in den Tag hinein zu leben. Ich liebe die Stunden vor Sonnenaufgang. Für mich sind es die kreativsten Momente des Tages. Und da ich diese einfach nicht missen möchte, klingelt bei mir der Wecker sehr früh.

Kerstin Hack: Es fällt mir relativ leicht, mein Leben zu planen und zu ordnen, ich schreibe gern und ich weiß, wie wichtig es ist, auch ausgedehnte Ruhephasen zu haben. Es gelingt mir fast immer, die Tage, die ich für diese Dinge reserviert habe, auch von anderen Aktivitäten freizuhalten.

Was sind deine persönlichen Herausforderungen in Bezug auf augewogene Lebensgestaltung? Wie umgehst du sie?

Birgit Schilling: Mein Haupt-Stolperstein: Ich bin immer wieder in Gefahr, zu viel zu machen. Wenn ich beispielsweise eine berufliche Anfrage habe, die mich reizt oder wenn mich eine Idee überfällt, was man in unserer Gemeinde noch alles so machen könnte, dann bin ich schnell Feuer und Flamme und meine in diesem Moment: „Na super! Klar, das mache ich. Irgendwie schaffe ich das schon noch!“ Aber dieser erste Eindruck ist oft falsch.

Ich übe mich darin, nie spontan zu entscheiden, sondern in Ruhe zu überdenken, ob diese Anfrage oder Idee hier und jetzt für mich wirklich dran ist. Wichtige Projekte spreche ich mit meinem Mann durch, dessen Rat mir sehr hilfreich ist.

Birgit-Cathrin Duval: Ich bevorzuge Chaos gegenüber Ordnung – das erlaubt maximale Flexibilität und Kreativität, ist aber gleichzeitig ein Stolperstein. Mir schwirren zu viele Gedanken und Projekte gleichzeitig im Kopf herum und ich verzettele mich anstatt eines dann konkret anzugehen und auszuführen. Mein Verlobter rückt in solchen Situationen meinen Fokus zurecht. Er bringt Ordnung in das Chaos, wofür ich ihm unendlich dankbar bin, denn er ergänzt mich in diesem Bereich und sorgt auch dafür, dass ich konkrete Entscheidungen treffe.

Kerstin Hack: Ich mag Orga-Kram und Aufgaben, die Liebe zum Detail erfordern, nicht sonderlich. Ich erwische mich immer wieder dabei, dass ich mich an dem Tag, den ich für diese Aufgaben reserviert habe, doch mit anderen Dingen beschäftige, die ich lieber tue, und die ungeliebten Aufgaben verschiebe. Und obwohl ich ein lebensfroher Mensch bin, fällt es mir manchmal schwer, mich von der Arbeit, die nie aufhört, loszureißen, und Dinge zu machen oder zu unternehmen, die für mich Leben pur sind: Konzerte, Caféhaus – Besuche, Ausstellungen, kurz: etwas Neues zu entdecken und zu erleben. Ich musste es regelrecht lernen, Dinge wahrzunehmen und zu genießen und mir Gutes zu gönnen. Da übe ich immernoch.

Woran würde deine Freundin/würden deine Kinder bemerken, dass du eine gute Balance lebst?

Birgit Schilling: Wenn ich in einer guten Balance lebe, können mich meine Kinder bei einer Tätigkeit unterbrechen und ich reagiere freundlich darauf. Während sie mir von ihren Freuden und Sorgen erzählen, höre ich ihnen aufmerksam zu.

Birgit-Cathrin Duval: Wenn die Balance stimmt, dann strahlt das nach außen und ist für alle deutlich sichtbar. Mein Wesen ist durchtränkt von einer tiefen Leidenschaft – für das Leben, Freunde, Gott und die Welt. Nur ist das leider nur zu selten der Fall.

Kerstin Hack: Wenn ich in Balance bin, bin ich in der Regel spritzig, inspirierend und offen für neue Impulse von anderen Menschen. Ich sprudele über vor Ideen und fühle mich „weich“, gelassen und im Fluss. Andere spüren das, manchmal sehen das gute Freunde sogar schon an meinem Äußeren.

Kann das Konzept von Swing auch hilfreich für Frauen sein, die fest in einen Job oder die Familie eingebunden sind oder funktioniert es nur für Freiberufler?

Kerstin Hack: Das Konzept der Schöpfungswoche sagt ja letztlich nichts anderes, als dass zum Menschsein eine Ausgewogenheit von Kreativität, Ordnung, Lebensfreude, Beziehung, Ruhe usw. gehört. Das ist bei Familien nicht anders als bei Singles. Man kann als ganze Familie darüber reden, welche Aspekte im Leben miteinander zu kurz kommen (z.B. Lebensfreude) und Strategien überlegen, wie man das ändern kann. Sicher wird das z. T. anders aussehen als im Leben eines selbstständigen Singles wie ich es bin. Aber Konzepte soll man ja nicht kopieren, sondern kapieren und dann auf das eigene Leben übertragen und fruchtbar machen.

Birgit Schilling: Das hat auch viel mit Selbstwahrnehmung zu tun. Einfach zu wissen: Wie bin ich persönlich eigentlich gestrickt? Was brauche ich, um in einer guten Balance zu leben? Welche Lebensaspekte baue ich automatisch mit ein, welche Aspekte kommen bei mir zu kurz? Wie könnte ich diese in meine persönliche Situation einbauen? Es geht darum, ideenreich und kreativ das eigene Leben zu gestalten.

Birgit-Cathrin Duval: Swing bringt viele neue Ideen und inspiriert, über die eigene Zeitplanung nachzudenken. Letztendlich muss jede Frau für sich selbst entscheiden, welche Aspekte sie in ihren persönlichen Tagesablauf einbaut. Ich habe, wie auch Kerstin Hack in ihrem Buch festgestellt, dass die Montage eine wirklich erfrischende Kreativität in sich bergen. Als Journalistin und Autorin freue ich mich auf jeden Montag, denen ein gewisser Zauber inne wohnt.

Wenn du einen einzigen Tipp zum Thema Zeitplanung weitergeben könntest, welchen würdest du geben?

Birgit-Cathrin Duval: Ich gebe jedem Jahr ein bestimmtes Motto. Dann schreibe ich mir auf, welche Ziele ich in diesem Jahr erreichen möchte, welche Wünsche und Träume ich habe. Das schriftliche Formulieren signalisiert meinem Unterbewusstsein, was in diesem Jahr wichtig ist. Daraus ergeben sich dann die kurzfristigen Ziele. Ich bin kein Planungs-Typ, aber ich liebe es zu schreiben und male oft entsprechende Skizzen zu meinen Zielen.

Kerstin Hack: Es ist gut, Erfolge bewusst zu registrieren, z . B. mit einem Danke-Erfolgsbuch. Wir hetzen häufig von einem Punkt zum anderen, ohne es uns selbst gegönnt zu haben, die Leistung zu würdigen und ohne Gott „Danke“ für das gesagt zu haben, was wir leisten konnten. Es kommt viel Ruhe ins Leben, wenn man es lernt, die Pause – Taste zu drücken, wie Gott zu sagen „Das war sehr gut“ und erst nach einer Pause weiter zu machen.

Birgit Schilling: Gönnen Sie sich Weiterbildungskurse zum Thema: Zeit– und Lebensplanung. Immer wieder beobachte ich, dass manche Familien ganz selbstverständlich Geld für die Förderung ihrer Kinder ausgeben, aber nicht auf die Idee kommen, Geld für die Förderung der Mutter zu investieren.

Ein 2. Tipp: Wenn Sie so gestrickt sind wie ich, planen Sie für sich immer wieder freie Zeitfenster in Ihr Leben mit ein. Und dann – egal ob die „to-do-Liste“ abgearbeitet ist oder nicht: Gönnen Sie sich Auszeiten, in denen Ihre Seele aufamten und auftanken kann.

Kerstin Hack, die Autorin des Buches „Swing. Lebe im Rhythmus der Schöpfung“ (http://swing.down-to-earth.de) hat mit SWING ein fröhlich – inspirierendes Buch geschrieben, das noch viele weitere Tipps zum Thema „Leben in Balance“ enthält. Sie ist ist Verlegerin (http://www.down-to-earth.de) und gefragte Referentin zu Themen wie Lebensbalance und kreative Spiritualität. Persönliches von ihr findet man unter http://www.kerstin.down-to-earth.de

Buchtipp:

Kerstin Hack: Swing. Lebe im Rhythmus der Schöpfung. 12,80 Eur

LINK http://www.down-to-earth.de/product_info.php?cPath=28&products_id=116

Geschrieben: 2005

Günter J. Matthia: Rezension zu »Krisen«

Fehler vermeidet man, indem man Erfahrung sammelt. Erfahrung sammelt man, indem man Fehler macht.
(Peter Laurence)

Eine Krise als Chance begreifen, in widrigen Umständen die geeigneten Schritte zur Lösung des Problems einschlagen, die richtige Hilfe finden, wenn man alleine nicht weiter kommt… – kann man das lernen?

Autorin und Coach Kerstin Hack meint: Ja. Mit diesem Impulsheft gibt sie praxiserprobte und für jedermann anwendbare Tipps weiter, wie man mit den großen und kleinen Krisen besser umzugehen lernt.
Wer bisher und auch in Zukunft ein Leben ohne Krisen führt, wird dieses Heft nicht brauchen. Alle übrigen Menschen, mich eingeschlossen, werden aus den Gedanken und Ratschlägen, die Kerstin Hack zum Thema zusammengestellt hat, sicher einiges lernen können, egal, ob die persönliche Krise aktuell existiert oder vielleicht erst morgen hereinbricht.
Die Autorin geht mit dem Leser sechs Schritte, die zwar nicht die Umstände ändern werden, aber den typischen Tunnelblick in Notsituationen vom Unheil weg auf ganz konkrete Maßnahmen lenken helfen:

1. Behutsam durch die Krise gehen
2. Genau hinsehen
3. Was hat zur Krise beigetragen?
4. Neue Perspektiven gewinnen
5. Meine Ressourcen entdecken
6. Allianzen schmieden

Die meisten Menschen neigen in Krisen zu einem von zwei Extremen: Entweder sie geben die Hoffnung völlig auf und lassen sich von dem Geschehen überwältigen. Oder sie versuchen hektisch und häufig unüberlegt,  so schnell es geht aus der Krise herauszukommen. Beides sind völlig verständliche und normale Reaktionen.
Um schwere Zeiten gut zu bewältigen  ist es wichtig, dass du erst einmal innerlich in der Situation ankommst und akzeptierst: »Ja, ich befinde mich in einer Krise.«
Nicht die Krise ist das Wichtigste und alles Bestimmende, sondern du und dein Leben. Du bist wichtiger als die Krise…

Ob die Krise nun – von außen betrachtet – eher klein ist oder eine wirkliche Katastrophe, als Betroffener wird man oft allein gelassen oder mit Sätzen wie »Es wird schon wieder« oder »Geht schon vorbei« billig vertröstet. Dieses Impulsheft kann dagegen den entscheidenden Anstoß geben, dass es eben doch ein Morgen gibt. Wer würde in einer bedrohlichen Situation dicke Bücher wälzen wollen? Das Format des Heftes mit seinen kurzen, prägnanten Texten ist da schon eher geeignet.
Auch für Menschen, die anderen zu helfen versuchen, wenn diese sich in Not befinden, vermittelt Kerstin Hack mit diesem (wie immer auch optisch sehr ansprechenden) Produkt aus ihrem Verlag eine ganze Menge an Ideen, dass und wie wirklich geholfen werden kann.

»Erfahrung sammelt man, indem man Fehler macht«, heißt es in dem Zitat oben. Noch besser ist es, aus diesen Erfahrungen dann auch zu lernen. Dabei hilft »Krisen – Impulse, schwierige Zeiten zu bewältigen«.

Mein Fazit: lesens- und bedenkenswert, für Krisenbetroffene und Krisenhelfer gleichermaßen

Leseprobe und Bestellmöglichkeiten hier: Impulsheft »Krisen« bei Down to Earth

Rezension ursprünglich erschienen auf dem Blog von Günter J. Matthia

Antje Rein: Rezension zu Spring hinein ins volle Leben

Kerstin Hack ist eine Meisterin der Worte. Mit vielen einprägsamen Beispielen und Geschichten nimmt sie den Leser mit auf eine Reise ins „volle Leben“. Dabei werden Themen wie Sehen, Entscheidungen treffen, Aktiv gestalten, Offen für Neues, Bewegen, Sich selbst begegnen und viele andere angesprochen.
Die Herausforderung des Buches ist es, das Leben mit all seinen Facetten zu lieben und es zu gestalten. Mit vielen Beispielen aus dem Leben der Autorin bekommt das Buch die nötige Würze und Aktualität.

Kerstin Hack lädt den Leser ein, das eigene Leben auf den Prüfstand zu stellen. Dazu regen besonders die Fragen am Ende der Kapitel an, die helfen sollen, eigenes Denken und Verhalten noch einmal zu hinterfragen.
„Sie entdecken, wie sie Haltungen und Denkmuster, die das Lebendigsein blockieren, erkennen und ablegen können“, so schreibt die Autorin selbst über ihr Buch. „Spring lädt dazu ein, sich neu auf das Leben einzulassen.“

Ein Buch, das man immer wieder zur Hand nehmen und in kleinen Häppchen am besten bearbeiten und verdauen kann.

Spring...ins Wasser
Spring...ins Wasser

Antje Rein, Dipl.Soz.arb, www.lebens-nah.de

Zuerst veröffentlicht im Magazin „Family“, Feb. 2009

Kurt J. Heinz: Leben in Balance

Zum Buch von Kerstin Hack „Swing – Dein Leben in Balance“
Leben in Balance!

Wird damit nicht mit drei Worten gesagt, was sich jeder wünscht: in Balance zu sein, im Gleichgewicht zu stehen, in sich selbst zu ruhen und mit sich selbst zufrieden, eben in Balance zu sein?

Diese Rezension wurde zuerst im Forum MEDRUM veröffentlicht.

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