Rebekka Tonne: Kerstin Hack im Porträt

KerstinEs gibt nicht viele Frauen in Deutschland, die es wagen, ihre eigene Firma aufzubauen. Erst recht nicht viele christliche. Eine große Portion Mut und Optimismus sind dazu gefragt. Eine, die diesen Mut aufgebracht hat, ist Kerstin Hack. „Rebekka Tonne: Kerstin Hack im Porträt“ weiterlesen

10 Satzanfänge – Kerstin Hack erzählt, was sie mag

Meiner Meinung nach …

 

  • die schönste Art zu entspannen:

Liegen

Im Sommer: In der Sonne auf dem Balkon oder an einem Gewässer.

Im Winter: In einem heißen Schaumbad mit Kerzen und einem kühlen Getränk.

  • das Aufregendste, was man den Augen derzeit bieten kann:

Berliner Architektur von klassisch bis ultramodern. Gute Fotografie, die das Gewöhnliche aus außergewöhnlichem Blickwinkel zeigt. Und Hannah, mein Patenkind – immer wieder neu zum Staunen.

  • der beste Tipp für den Umgang mit der Hausarbeit:

Nicht alles schaffen zu wollen. Klar zu entscheiden, was das Wichtigste ist und den zeitraubenden Detailkram (Schubladen sortieren etc.) für ruhigere Zeiten aufheben. Und beim Putzen Tenöre in voller Lautstärker hören – das bringt in Schwung.

  • die menschenfreundlichste Erfindung aller Zeiten:

Für Frauen: Der BH. Die Vorstellung, mit einem Korsett herumzulaufen, finde ich doch sehr einengend.

  • die am dringendsten notwendige Versöhnung:

Begegnung und Versöhnung zwischen Christen aus dem Westen und den Menschen aus der arabischen Welt.  Manche Christen, die alle Menschen aus dem Mittleren Osten als Feinde sehen – und vergessen, dass Jesus selbst aus dieser Region kam. Und Moslems, die Feindbilder gegen Christen und Juden aufbauen. Ein arabisches Kind aus Berlin kommentierte: »Als es die Kindergruppe noch nicht gab, dachte ich, alle Christen sind böse. Aber seit ich euch kenne, weiß ich: ihr seid genauso nett wie wir Araber!«

Außerdem: Die Versöhnung jedes Menschen mit sich selbst und seiner – oft holprigen – Geschichte.

  • die wichtigste Veränderung, die Christen angehen sollten:

Das Wort „du musst“ und „du solltest“ aus unserem Wortschatz streichen. Jesus hat diese Worte nie verwendet, um Menschen zur Veränderung anzuregen.

  • der beste Weg, Stille in den Alltag einzubauen:

Die Zeit zwischen zwei verschiedenen Tätigkeiten für Momente zum Singen, Beten, still sein nutzen.

  • die größte Stärke von Männern:

Ganz anders zu sein. Sich für (aus meiner Perspektive) ungewöhnliche Dinge wie Formel 1 und Technik richtig begeistern zu können. Und mich damit immer wieder neu zu erstaunen und zu faszinieren.

  • die größte Schwäche von Frauen:

Die dumme Angewohnheit, alles auf sich zu beziehen, jeden muffigen Blick, jedes Schweigen…

  • die merkwürdigste Idee, die ich je hatte:

An einem Abend so lange gemeinsam mit einem Freund das Gespräch mit Menschen über Jesus suchen, bis jemand sich entscheiden würde, ihm zu folgen. Dem folgten vier unendlich frustrierende Stunden und am Ende die überraschende und beglückende Begegnung mit einer Frau, die nach der Begegnung mit uns, ihren Weg mit Jesus begann.

Bearbeitete Fassung einer Frageserie, die zuerst in der Zeitschrift Joyce erschien. Mit freundlicher Genehmigung.

Kerstin Hack: 10 Zeitspartipps. Oder: Wie man Zeit sinnvoll verwendet

Zeit kann man nicht sparen. Man kann nur darauf achten, dass man sie für Dinge verwendet, die sinnvoll erscheinen, statt sie ungewollt für Dinge zu verwenden, die weniger Sinn machen.

1. Klare Prioritäten

Wer weiß, was ihm am wichtigsten ist, kann Unnötiges leichter ausfiltern. Man kann unterscheiden zwischen: Wichtig / Unwichtig und dringend / weniger dringend. Zuerst sollte erledigt werden, was wichtig und dringend ist. Dann wichtig und weniger dringend, anschließend die unwichtigen Sachen.

2. Vorher planen

Wer Abends die Ziele für den nächsten Tag und Freitags die Ziele für die nächste Woche aufschreibt, läuft weniger Gefahr, sich mit Unnötigem zu verzetteln. Wichtig dabei ist, Zeit 30 % bis 50% unverplante Zeit für Unvorhergesehenes einzuplanen.

3. Zeitbedarf einplanen

Die beste To-Do Liste nützt nichts, wenn man sie mit unrealistisch vielen Dingen füllt und am Ende frustriert ist, nicht alles geschafft zu haben, was drauf stand.
Besser: Beim Planen gleich den geschätzten Zeitbedarf dazu schreiben.

4. Die beste Zeit für das Wichtigste nutzen

Zu Beginn des Tages mit den Aufgaben beginnen, die am Wichtigsten sind. Keine Zeit mit der Beantwortung von Mails und längeren Gesprächen mit Kollegen vertrödeln, sondern diese Dinge für Zeiten aufheben, wenn die Energie und Konzentration etwas nachlässt.

5. Zeitkiller meiden

Wenn möglich, Besprechungen auf ein Mindestmaß reduzieren. Vieles kann auch anders geklärt werden, als durch langwierige und langweilige Sitzungen.

6. Energiekurve berücksichtigen

Die meisten Menschen haben Morgens, nach einer Anlaufphase ihre konzentrierteste und beste Phase des Tages. Die sollte für die anspruchsvollsten Aufgaben genutzt werden.

7. Multitasking vermeiden

Mehrere Dinge gleichzeitig zu tun, kostet erheblich mehr mentale und physische Energie, als wenn man eines nach dem anderen tut. Besser: Bei anspruchsvollen Aufgaben – so reizvoll es ist, sich ablenken zu lassen – Unterbrechungen durch Mail, Telefon, Radio etc. vermeiden.

8. Aufräumen

Wer Ordnung schafft und hält, braucht weniger Zeit als das Genie, das ständig im Chaos suchen muss. Ein guter Tipp um Ordnung zu halten ist, wann immer man eine Sache ablegt, an der gleichen Stelle zwei Dinge zu entsorgen: Unterlagen, Dateien. Wer darauf achtet, hält die Umgebung schlank und findet sich schnell zurecht.

9. Pausen machen

Nach 90 bis 120 Minuten Arbeit braucht der Körper eine Pause. Wer hier ein gutes Gefühl für die eigenen Körpersignale entwickelt und dem Körper gibt, was er braucht, sorgt dafür, dass die Energie erhalten bleibt.

10. Energiespender nutzen

Jeder Mensch kennt Dinge, die ihm neue Energie geben. Etwas Bewegung, eine Kleinigkeit zu essen, 5 Minuten die Augen zu, ein kurzes Gespräch…. Wer sich diese Energiespender gönnt, gewinnt Kraft und Konzentration – und dadurch Zeit.

www.down-to-earth.de 04/09