Rebekka Tonne: Kerstin Hack im Porträt

KerstinEs gibt nicht viele Frauen in Deutschland, die es wagen, ihre eigene Firma aufzubauen. Erst recht nicht viele christliche. Eine große Portion Mut und Optimismus sind dazu gefragt. Eine, die diesen Mut aufgebracht hat, ist Kerstin Hack. „Rebekka Tonne: Kerstin Hack im Porträt“ weiterlesen

DtE aktuell: Lebensfreude und Sommerferien

Wer Freude genießen will, muss sie teilen. Das Glück wurde als Zwilling geboren. – Lord Byron

Liebe Freunde,

vor ein paar Tagen wurde – aus dem verschlossenen Hinterhof – mein Liegefahrrad gestohlen. Für mich ein herber Schlag. Wegen einer Verletzung bin ich auf ein – die Wirbelsäule entlastendes Liegerad angewiesen.
Von daher ist das ein großer immaterieller Verlust. Kein Rad zu haben, schränkt mich ungemein ein, macht mein Leben viel komplizierter. Ich benutze das Rad ständig. Und es ist ein materieller Verlust. Ich habe keine Diebstahlversicherung und es ist nicht einfach, das Rad zu ersetzen, weil Liegeräder für Frauen selten und teuer sind.

Ich war natürlich sehr traurig, habe auch geweint. Aber nach einem Tag habe ich mir gesagt: Es ist blöd genug, dass das Rad weg ist. Aber niemand zwingt mich, dass ich mir auch die Freude rauben lasse. Es ist Sommer. Das Leben hat – trotz der Dinge, die uns treffen – viele schöne Seiten. Kurz: Meine Lebensfreude ist zurück.

Ob man Lebensfreude erlebt, ist kein Zufall. Wissenschaftler gehen davon aus, dass verschiedene Faktoren sich darauf auswirken, ob man das Leben eher von der sonnigen oder eher von der düsteren Seite sieht.

  • 50% GENE. Die einen Menschen haben mehr Energie, Lebenskraft und dann oft auch mehr Freude als andere. Das hat mit Konstitution, Kreislauf, Hormonhaushalt und vielen anderen Dingen zu tun.
  • 10 % UMSTÄNDE. Die werden oft überbewertet. Aber das, was einem das Leben an schönen und weniger schönen Dingen (Fahrradklau) beschert, wirkt sich nur zu etwa 10% auf die Lebensfreude aus.
  • 40% – EINSTELLUNGEN. Die Haltung, mit der wir Dinge betrachten, trägt ganz wesentlich dazu bei, ob wir unser Leben genießen oder nicht. Manche Leute finden das Haar in jeder Suppe, andere entdecken in jedem Staubhaufen die sprichwörtliche Perle.

lebensfreudeWeil das so ist, habe ich ein Quadro über Lebensfreude geschrieben. Wir können unsere Gene nicht beeinflussen, die Umstände oft auch nicht. Aber wir können Einfluss darauf nehmen, wie wir auf die Dinge reagieren, die uns treffen. Wir können aktiv Raum für mehr Freude machen. Die meisten Menschen spüren mehr Freude, wenn sie etwas gemeinsam mit Freunden unternehmen, aber verbringen trotzdem viel Zeit allein vor dem Computer oder Fernseher.

Viele Menschen sehnen sich nach mehr Freude im Leben. Ihr Leben ist ok, aber die Freude ist verloren gegangen. Das muss aber nicht auf Dauer so bleiben. Wer mehr Freude erleben will, hat viele Möglichkeiten. Eine ganze Reihe davon stellt das neue Quadro vor.

Wie immer könnt ihr in das Quadro reinlesen und euch inspirieren lassen. Dort gibt es auch ´ne Leseprobe, die ihr an Eure Freunde weiterleiten oder auf euren Blogs oder bei Facebook etc. einbinden könnt. So können auch andere, denen ihr mehr Freude wünscht, das entdecken.
http://www.down-to-earth.de
Ihr bekommt es bei uns im Shop, per Mail an dte@chrismedia24.de und im Buchhandel [ISBN 978-3-935992-58-9]

Die Quadros sind durch spezielle Beschichtung fast wasserfest, können leicht abgewischt werden. Sie eignen sich deshalb besonders gut als Urlaubslektüre. Für die Ferien empfehle ich euch:
Lebensfreude (klar!)
Stille finden
Gut kommunizieren (das soll ja gerade im Urlaub nicht schaden!)

Bitte empfehlt unsere „Kraftpakete fürs Leben“ auch euren Freuden. Zumindest denen, denen ihr mehr Lebensfreude wünscht.

Ich hoffe, dass ihr Tage erlebt, die ihr voller Freude erleben könnt. In denen, wenn was Doofes passiert, ihr das gut verarbeiten und im Vertrauen zu Gott lösen könnt. Und dann schnell zur Freude zurück kehren könnt.

Wunderbare Sommertage wünscht euch

Eure

Kerstin Hack
und das Team von Down to Earth

****************************
Dieser Newsletter ist ein Service des Down to Earth Verlags, Berlin.
Er kann auf der Homepage des Verlags bestellt oder im eigenen Benutzerkonto abbestellt werden:
http://www.down-to-earth.de
Oder per mail an: info@down-to-earth.de

Dein Leben isQuadro von Kerstin Hackt eigentlich ganz in Ordnung, aber irgendwie fehlt es dir an Lebensfreude? Dann ist dieses Quadro genau richtig für dich. Es erklärt, welche Haltungen und Handlungen zur Freude führen. Es bietet Inspiration, wie du verlorene Lebensfreude wiederfinden kannst. Du entdeckst, wie du ganz praktisch Raum für mehr Freude in deinem Leben schaffen kannst. Für alle, die sich nach mehr Lebensfreude sehnen.

Günter J. Matthia: Rezension zu »Gut kommunizieren«

»Warst du schon auf der Bank?«, fragt er sie. Eine scheinbar harmlose Frage, die bei ihr Unerwartetes auslöst: »Glaubst du, ich hätte gar nichts zu tun?!«
Wir haben den Tonfall des Mannes nicht gehört und können somit nicht entscheiden, ob die Frage sachlich oder vorwurfsvoll klang. Sie bewertete es auf jeden Fall als Angriff und geht in die Defensive.

Vieles, was im Zusammenleben von Menschen, sei es nun im privaten oder beruflichen Umfeld, schief gehen kann, hat eine Menge mit Kommunikation zu tun. Es gibt daher nicht ohne Grund zahlreiche Ratgeber, Kurse, Seminare, Bücher und andere Medien, die dabei helfen sollen, Kommunikationsfehler zu vermeiden.
Das obige Zitat stammt aus einem solchen Werk, das einen sehr gelungenen Ansatz bringt: Mit nachvollziehbaren Beispielen aus dem Alltag gelingt der Einstieg in die 28 Einzelthemen leicht, da wohl die meisten Leser sich an ähnliche Erlebnisse erinnern können.
Dadurch gelingt es der Autorin, die sich übrigens durch einen ausgesprochen lebendigen und daher gut lesbaren Stil auszeichnet, das Sachthema geradezu unterhaltsam zu machen, ohne dass es dabei verflachen würde.

Als ich meiner Schwiegermutter Urlaubsbilder zeigte, meinte sie bei einem Foto: »Der Rock ist dir aber zu eng!« Erst stritt ich das ab, doch dann schaute ich genauer hin:
Das Wickelband meiner Bluse hing seitlich über dem Rock und es sah so aus, als wäre der Reißverschluss aufgeplatzt!

So beginnt beispielsweise ein Beitrag über die Selbstwahrnehmung – und die ist in der Tat sehr prägend für die Art und Weise, wie wir mit anderen Menschen kommunizieren. Es schadet überhaupt nichts, sich selbst in Frage zu stellen – auf die richtige Weise natürlich. Selbstüberschätzung macht lächerlich:

Neulich erzählte ein Mann im Fernsehen, er hätte geweint, als er feststellte, dass er wie Elvis singen könne. Als er eine Kostprobe seines Könnens gab, waren die Zuschauer den Tränen nahe – vor Lachen.

Mangelndes Selbstwertgefühl dagegen ist nicht weniger schädlich:

Francis Galton lebte vor etwa 100 Jahren in London und machte einmal folgenden Versuch: Er redete sich bewusst ein, er sei der meistgehasste Mann Englands.
Danach machte er seinen gewohnten Spaziergang. Aber an diesem Tag war alles anders: Passanten riefen ihm Schimpfworte zu oder wandten sich voll Abscheu von ihm ab. Er wurde angerempelt und fiel hin. Ein Pferd schlug aus und traf ihn. Wieder ging er zu Boden und die Schaulustigen ergriffen Partei für das Pferd.

Zu jedem Kapitel gibt es ein prägnantes Zitat, einen anregenden Denkanstoß, eine provokante Frage und einen praktischen Handlungsimpuls. So wird dieses Quadro, wie der Verlag das Format nennt, zu einem im wahrsten Wortsinn praktischen Begleiter, den man immer wieder zur Hand nehmen möchte und wird. Es sei denn, man ist nicht daran interessiert, sich mit seiner Umgebung so gut wie möglich auszutauschen.

Die Autorin Damaris Graf ist Diplom-Pädagogin und als freiberufliche Seminarleiterin in unterschiedlichen Organisationen tätig. Man merkt beim Lesen, dass sie mit Herz und Seele bei der Sache ist: Anderen dabei helfen, Kommunikationsprobleme aufzuspüren, zu beseitigen und dadurch zu einem sehr vielversprechenden neuen Ansatz im Zusammenleben und -arbeiten zu gelangen.

Mein Fazit: Unterhaltsam und praktisch, lebendig geschrieben und auch graphisch liebevoll gestaltet. Mir hat das Buch an einigen Punkten die Augen geöffnet – man lernt eben nie aus. Und das ist auch gut so. Vieles ist sofort umsetzbar, der Erfolg zeigt sich häufig schon bei der nächsten Begegnung mit einem Mitmenschen. Die 4 Euro sind eine Investition, die ganz erheblichen Gewinn bringen wird.

ISBN 978-3-935992-62-6
40 Seiten, 4 Euro.
Zum Beispiel direkt beim Verlag: Gut kommunizieren. Training für bessere Beziehungen

(Rezension zuerst erschienen am 18.04.2009 auf dem Blog von G.J.Matthia)

Kerstin Hack. Unerträglich passiv. Was kann und will ich nicht ertragen?

»Toleranz kommt von tolerare, das bedeutet ertragen.« Das hat mir mein Vater immer wieder eingebläut. Er liebte Latein und kann selbst nach zwei Saunagängen lateinische Texte noch besser übersetzen als ich in meinen besten Zeiten: »Kerstin, wo ist das Substantiv? Und das Hauptverb? Nein. Subito ist kein Verb, sondern ein Adjektiv.« »Ähm. Schwitz.«

Es ist nicht viel übrig geblieben von meinem Schullatein: »Claudia hodie in collosseo est.« »Claudia ist heute im Kollosseum.« Erste Lektion. Das weiß ich noch. Und: »mortem« heißt »gestorben«. Das kann man auf alten Grabsteinen lesen. Aber schon bei den römischen Zahlen, die die Lebensdaten der dort Liegenden beziffern, bin ich mit meinem Latein am Ende. Ziemlich magere Ausbeute für ein paar Tausend Stunden Schulunterricht und Büffeln zu Hause.

Aber »tolerare heißt ertragen« – das ist hängen geblieben. Daran denke ich immer wieder, wenn ich Diskussionen über mehr oder weniger Toleranz höre, über Mulit-Kulti und Toleranz für unterschiedliche Lebensstile.
Letztlich geht es immer um die Frage: Was können, was wollen wir ertragen? Oder ganz persönlich: Was kann ich, was will ich ertragen?

Manches ist einfach zu ertragen. Ich bin relativ gerne bereit, andere zu unterstützen und etwas für sie zu tragen oder zu ertragen, wenn eine Person es offensichtlich nicht selbst schafft.

Wenn Menschen jedoch handeln könnten und es nicht tun, dann finde ich das unerträglich. Ich hasse Passivität. Nicht die gesunde Form von Passivität, die in guter Weise mit Energiereserven umgeht. So wie Passivhäuser es tun. Passivhäuser sind so konzipiert, dass sie nicht an unnötigen Stellen Energie verschwenden, sondern vorhandene Energien optimal nutzen.

Es gibt Menschen, die sind wie Passivhäuser. Sie gestalten ihr Leben in Reduzierung auf die vorhandene Kraft, die sie bewusst für bestimmte Zwecke einsetzen. Sie powern sich nicht aus, sondern haushalten gut mit der vorhandenen Energie, Zeit und Kraft. Sie wissen klar – und bringen es auch anderen gegenüber zum Ausdruck: »Das kann ich und will ich tun. Nicht mehr und nicht weniger.« Sie mischen nicht überall mit, gehen nicht über ihre eigenen Grenzen und bleiben in manchen Dingen bewusst und entschieden passiv.

Das finde ich gut. Ich tue das auch. Ich habe mich bewusst entschieden, mich für einige wenige Organisationen, die in Berlin und Afghanistan tätig sind, einzusetzen. Die bekommen meine Energie in Form von Engagement und Geld. Anderen gegenüber bleibe ich passiv. Weil es in Berlin passieren kann, dass man an einem einzigen Nachmittag von mehr als zehn Personen gefragt wird »Haste mal n Euro«, habe ich mich entschieden, der ersten Person, die mich an einem Tag um eine Spende bittet, gerne, lächelnd und aus ganzem Herzen etwas zu geben. Den anderen nicht.

Mit meinem ehrenamtlichen Engagement mache ich es genauso: Ich entscheide mich für einige, wenige Aufgaben, die im Rahmen meiner Fähigkeiten und Kapazitäten liegen – und sage konsequent nein zu vielen anderen Möglichkeiten. Es tut mir gut, meine Zeit und Kräfte zu beschränken, nicht auf allen Hochzeiten gleichzeitig zu tanzen. Auf Anfragen kann ich so gelassen reagieren: »Danke, nein, ich engagiere mich schon an anderer Stelle!«

Das ist gesunde Passivität, die vorhandene Kraft bewusst einsetzt und Lebensenergie nicht an tausend Stellen verschwendet. Menschen, die in dieser Weise passive Stärke leben und mit Blick auf ihre Energiereserven gelassen und souverän »nein« sagen können, bewundere ich.

Die Passivität, die ich hasse, ist, wenn Menschen einfach nicht reagieren. Da tritt eine Anfrage an sie heran und sie reagieren innerlich und häufig auch verbal mit einem unverbindlichen »mal sehen«. Wer »mal sehen« sagt, sieht meist nicht wirklich hin. Echtes Hinsehen bewegt zur Entscheidung und zum klaren Handeln. Häufig bedeutet »mal sehen« aber nichts anderes als: »Ich will das nicht sehen«. Die Anfrage wird damit mental weggeschoben. Aus den Augen aus dem Sinn. Das ist so ähnlich wie mit den Papierstapeln, die sich unweigerlich in jedem Büro ansammeln, wenn man nicht gleich entscheidet, wohin man dies oder jenes tun will und es auch gleich dorthin tut.

Wenn Menschen mit etwas konfrontiert werden, das sie zum Entscheiden und Handeln auffordert und sie nicht reagieren, dann könnte ich die Wände hochgehen. Das kann ich kaum ertragen. Da komme ich mit meiner Toleranz für ihr Verhalten schnell an meine Grenzen.

Es kann sich um Mitarbeiter handeln, die mir gegenüber eine schwammige Zusage gemacht haben, etwas bis zu einem bestimmten Zeitpunkt zu tun. Die »ja« gesagt haben, aber »ich will mich nicht wirklich festlegen!« meinten. Und die dann in Funkstille versinken. Oder Menschen, die unendlich lange über etwas reden, was sie belastet, ohne je zum Punkt oder zu einer Entscheidung zu kommen. Ja, die nervigen Kollegen, die unerzogenen Kinder, die schwierige Situation im Leitungsteam. Sie reden und reden. Grübeln und denken nach. Aber bleiben passiv. Sie denken und hoffen, denken lediglich: »Irgend etwas sollte geschehen.« Aber überlegen nicht konkret, welche Anfrage die Situation an sie stellt, und sie entscheiden sich nicht: »Was will ich jetzt tun?«

Es nervt mich nicht nur, weil es meine Zeit raubt – zumindest dann, wenn ich meinen Handlungsspielraum nicht rechtzeitig nutze, um klar »Nein, das will ich mir jetzt nicht länger anhören« zu sagen. Es nervt mich vor allem deshalb, weil ich sehe, dass ein solches Verdrängungsverhalten ihre Lebenskraft immer mehr einschränkt. Letztlich führt es dazu, dass der »Mal sehen« Stapel in ihrem Leben immer größer wird. Weil sie ihn nur selten wirklich ansehen und noch seltener angehen, kaum je entscheiden: »Was mache ich jetzt damit?«

Sie geben auf die Fragen und Anfragen, vor die das Leben sie stellt, keine Antwort. Damit sind sie im wahrsten Sinne des Wortes ver-Antwortungs-los. Das Problem dabei ist: Je mehr man verdrängt, nicht beantwortet, umso schwieriger wird es, Dinge wieder ganz klar anzusehen und anzugehen. So wie mit der Ablage, die zur Qual wird, wenn der Stapel so unübersichtlich geworden ist, dass man nicht mehr weiß, was da alles liegt. Und schon der Gedanke daran, sich damit zu beschäftigen, den Blutdruck nach oben treibt und Fluchttendenzen aktiviert. Bloß weg.

Im Grunde sind die Anfragen, die das Leben an uns stellt, nichts anderes als Nahrung. Jede praktische oder emotionale Herausforderung unseres Lebens ist ein kleines Kalorienpaket, das uns vermittelt: »So, hier bin ich. Ich stell mich dir zur Verfügung, um deine grauen Zellen und dein Handeln zu aktivieren. Du kannst mich benutzen, um etwas daraus zu gestalten und durch mich stärker zu werden.«

Wenn wir auf die Anfragen des Lebens bewusst und aktiv reagieren, werden unsere »Handlungsmuskeln« immer stärker. Im Lauf der Zeit werden wir in der Lage sein, auf Dinge konstruktiv zu reagieren, die uns früher vor Angst hätten flüchten lassen.

Aber leider ist auch das Gegenteil der Fall. Wenn wir den Anfragen des Lebens immer wieder ausweichen, nicht reagieren und nicht entscheiden, sondern die offenen Fragen zur Seite schieben, auf den Stapel, den wir »irgendwann« mal erledigen wollen, dann haben sie die gleiche Auswirkung auf unser Inneres, wie unverbrauchte Kalorien auf unseren Körper: Sie sammeln sich an. Erst unmerklich. Dann immer mehr. Bis wir am Ende dick und fett und handlungsunfähig sind.

Je länger wir Dinge ungeklärt liegen lassen – egal, ob es sich um nicht getroffene Entscheidungen oder ungeklärte Anfragen oder Beziehungen handelt, umso schwerer wird es, in dem ›Wust‹ überhaupt noch durchzublicken. Unser Innerstes gleicht dann nicht mehr einem ›wohlgeordneten Garten‹, ein Bild, mit dem die Bibel das Seelenleben eines innerlich aufgeräumten Menschen beschreibt, sondern eher einem undurchdringlichen Dschungel, in dem allerlei Gefahren lauern und den man besser überhaupt nicht betritt.

Um das Dickicht aus Passivität und nicht getroffenen Entscheidungen zu roden und den Ballast, der sich auf unsere Seelen gelegt hat, loszuwerden, kann man nur eins tun: Erst einmal, so gut es geht, dafür sorgen, dass nicht noch mehr an Anfragen an uns herangetragen werden, als wir bewältigen können. Und dann Schritt für Schritt den Ballast der ungeklärten Fragen, den wir schon angesammelt haben, wieder loswerden.

Für mich geht das am einfachsten, wenn ich mir regelmäßig (täglich kurz und ab und zu länger) Zeit nehme und mich ehrlich frage. »Was belastet mich? Was schleppe ich mit mir herum? Wo habe ich nicht klar reagiert? Was habe ich verdrängt? Was will ich jetzt klar entscheiden?« Und wenn ich gespürt habe, was in mir an ungeklärten Fragen rumort, ganz konkret überlege: »Was werde ich nun tun? Was muss ich entscheiden? Wie will ich damit umgehen?«

Wenn man erstmals so eine Entschlackungskur macht, kann das eine ganze Weile dauern, bis man am Boden des passiven Ballasts angekommen sind. Das ist ein ganzes Stück Arbeit. Befreiende Arbeit.

Jede nicht getroffene Entscheidung, jedes Wegschieben hat Ballast verursacht. Und jede klare Entscheidung, die ich treffe, verwandelt diesen Ballast in Kraft. Es ist mühsam, Ballast loszuwerden und fühlt sich an, wie wenn man nach jahrelangem körperlichen Stillstand erstmals wieder joggen geht: träge und schwer, jeder Schritt eine Überwindung. Aber mit der Zeit wird das Laufen leichter, man freut sich an der neuen Energie und spürt: Ich habe Kraft.

Neben den bewussten Entschlackungszeiten versuche ich mein Leben aktiv zu gestalten und im Alltag darauf zu achten, dass es gar nicht dazu kommt, dass sich Ballast ansammelt. Ich versuche auf Anfragen, die an mich herankommen, möglichst zeitnah zu reagieren: egal ob es sich um praktische Anfragen handelt oder ob ich spüre, dass mich etwas emotional bewegt und ich innerlich eine Entscheidung treffen muss.

Ich übe mich darin, mich gleich zu entscheiden, was ich mit Dingen tun will. Das verhindert ein gutes Stück weit, dass sich emotional ›Fett‹ ansammelt und mich im Inneren immer unbeweglicher macht. Weil es so viel Leben und Lebenskraft raubt, hasse ich Passivität und Verdrängen bei mir und anderen. Und bekämpfe es bei mir und anderen so gut es geht. Am effektivsten mit der Frage: »Was willst du jetzt tun?«

Fragen zum Weiterdenken

Was belastet mich derzeit am meisten? Was will ich damit tun?

Was aus der Vergangenheit belastet mich noch? Wie will ich damit umgehen?

Will ich regelmäßige »Entschlackungszeiten« in mein Leben einbauen? Wenn ja: Wie werde ich das ganz konkret tun?

Dieser Artikel ist ein Auszug dem Buch von Kerstin Hack: »Spring. Hinein ins volle Leben« Erhältlich im Down to Earth Verlag: http://www.down-to-earth.de

Kerstin Hack: Down to Earth geht ins 10. Jahr

Am 15. Februar ist es so weit:  Down to Earth startet ins 10. Jahr.
Für mich als Initiatorin ist es sehr spannend zu sehen, was seit der Gründung alles geschehen ist. Manches hätte ich mir im Traum nicht vorstellen können – obwohl Down to Earth fast im Traum entstanden ist: Eines Nachts bin ich aufgewacht und hatte den Gedanken im Kopf:  „Wenn du mal etwas Eigenes gründest, nenne es „Down to Earth“! Da ich nicht vorhatte, etwas zu gründen, schrieb ich den Namen auf einen Zettel – man weiß ja nie – drehte mich um und schlief weiter…

Kurz danach überschlugen sich die Entwicklungen…und ich entschied mich, eine Firma mit Schwerpunkt Verlag – Beratung und Seminarangebot zu gründen. Fast alles war Neuland…aber was klar war:   Das „Kind“ heißt Down to Earth. Im Englischen bedeutet der Begriff sowohl „handfest“ als auch „runter auf die Erde“ – für mich eine schöne Umschreibung dessen, was man sonst „inspiriert“ nennt.

Ein kleiner Überblick für euch in Zahlen, was seit dieser Zeit entstanden ist :

Publikationen

  • 20 Bücher
  • 30 Impulshefte
  • 5 Impulshefte in anderen Sprachen!
  • 2 Videos / DVDs
  • 4 Kalender
  • 1 CD-Rom

Vortragstätigkeit

  • gut 100 Seminare, Workshops, Predigten, Referate, Vorträge, Gestaltung von Frauenfrühstücksevents, Mitgestaltung von Konferenzen…

Coaching

  • herrlich viele Begleitungen von ganz unterschiedlichen Menschen; einige ganz offiziell geplante Coaching- und Beratungsgespräche, andere, die sich eher überraschend und nebenbei ergaben

Gremien

  • unzählige inspirierte, lebendige und manchmal auch zähe Stunden und Tage in Gremien, Ausschüssen, Planungstreffen, regionalen und überregionalen Initiativen im In- und Ausland

Fehler

  • Gefühlte Millionen! Wenn man aus Fehlern wirklich klug wird….in Form von Impulsheften, Vorträgen und Caoching teile ich die REICHEN Erfahrungen aus meinen Fehlern…und hoffe, dass sie euch bereichern, ohne euch notwendigerweise so viel zu kosten, wie es mich gekostet hat, die Lektionen zu lernen….

Internet

  • ein Dutzend Internet-Seiten und Unterseiten zu verschiedenen Schwerpunktthemen (Verlag, Kerstins Blog, kreativer Klimaschutz, Gott hören, Vaterliebe Gottes, Leben und Leben lassen, die Täufer) – siehe Leiste rechts

Zur Feier des Geburtstages haben wir für euch und auch für uns die Lesbar neu gemacht, diese Seite hier, auf der wir Essays, Artikel, Tipps usw. publizieren. Ab jetzt plane ich, jede Woche – meistens Mittwoch – einen neuen Artikel dort zu publizieren. Die Artikel kannst du auch per Feedreader abonnieren, so dass du immer sofort informiert bist, wenn dort etwas Neues erscheint.

Begegnungen
Zahlen sind das eine. Aber was kaum zu erfassen ist, sind die Auswirkungen von Begegnungen. Was hat ein Gedanke aus einem Buch oder dem Internet oder eine Begegnungen in einem Menschen bewirkt?

Gerne würde ich hier deine Geschichte hören!

  • Was verbindest du mit Down to Earth?
  • Wo und wie hast du von dem, was wir tun, profitiert?
  • Was hat dir geholfen? Was begeistert dich?
  • Was findest du weniger gut?
  • Was wünscht du dir von uns?
  • Was wünscht du uns?
  • Was wolltest du uns schon immer mal sagen?

Schreib das, was du mitteilen möchtest, doch einfach in die Kommentarfunktion!

Ich freue mich sehr!

Kerstin Hack