Kerstin Hack: Die Freude zu tun, was einem entspricht

IMG_2504Der Ort, an den Gott dich beruft, ist der Ort, an dem deine größte Freude auf die größte Not der Welt trifft. —Frederick Buechner

»Es ist für mich eine Qual, jeden Morgen zur Arbeit zu gehen.« Der junge Mann, der mir das sagte, ist keineswegs faul oder arbeitsscheu. Im Gegenteil. Ich bewundere seine Entschlossenheit, ständig dazuzulernen und sich weiterzuentwickeln. Genau hier liegt das Problem. In seiner Arbeit tut er seit Jahren das Gleiche. Er hat in seinem beruflichen Umfeld kaum Möglichkeiten, sich weiterzuentwickeln oder die in seiner Freizeit erworbenen Kenntnisse einzusetzen.

Das Wort Berufung enthält das Wort »Ruf«. Es beinhaltet das Konzept, von einer inneren Stimme oder vom Schöpfer selbst zu einer bestimmten Aufgabe gerufen worden zu sein. Für viele ist es ein großes, Ehrfurcht einflößendes Wort. Man denkt spontan vielleicht an Mutter Teresa, Paulus, Gandhi oder andere Menschen mit einer herausragenden Berufung. Sie verspürten und lebten den inneren Ruf, zu großen Veränderungen beizutragen. Die meisten von uns werden auf der Welt nicht so viel bewegen. Doch jeder Mensch kann seine eigene Berufung und Beauftragung finden und leben. Wenn wir das tun, was zu uns passt, werden wir auch am glücklichsten sein. Weder die Natur noch ihr Schöpfer erwarten von den Geschöpfen, dass sie Dinge tun, die außerhalb ihrer Begabungen liegen. Das macht auch wenig Sinn. Warum sollte ein Elefant fliegen? Oder ein Kaninchen auf Bäume klettern? Doch wir Menschen zwängen uns oft in Rollen, die uns einfach nicht entsprechen, und halten es jahrelang an Arbeitsstellen oder in Ehrenämtern aus, die uns keineswegs liegen. Manchmal aus Angst. Manchmal, weil wir es nicht besser wissen. Dabei ist es gar nicht so schwer, zu entdecken, wozu man berufen ist.

Ein paar einfache Fragen können einem da schon auf die Sprünge helfen:

■ Was kann ich gut?

■ Welche Missstände würde ich gerne verändert sehen?

■ Was macht mich am glücklichsten?

Es gibt Dinge, die fallen uns leichter als andere, und Tätigkeiten, die wir besonders gern ausführen. Und manche Situationen liegen uns stärker am Herzen – hier würden wir besonders gerne etwas beitragen. Wer diese Fragen klar beantworten kann, hat schon einen Großteil seiner Berufung gefunden. Nicht immer wird es möglich sein, daraus einen Vollzeitberuf zu machen. Aber Berufung kann man auch in einem Teil der zur Verfügung stehenden Zeit ausleben. Der mit seiner beruflichen Situation unzufriedene Mann hat mittlerweile seine Berufung gefunden. Er wird seine Stärken und Talente einsetzen, um ein eigenes Unternehmen zu gründen. Ich begleite ihn dabei. So kann ich auch einen Teil meiner Berufung ausleben.

Berufung – die Freude, zu tun, was einem entspricht ist ein Auszug aus dem Buch „Erfolg. schlicht + ergreifend“ von Kerstin Hack.

 

Büchertipps zum Thema:

s_e_erfolg

Kerstin Hack: Erfolg. schlicht + ergreifend. 12,95€

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I-65_Berufung

Birgit Feinstein und Torsten Huith: Berufung. Impulse, den eigenen Weg zu finden. Impulsheft, 2,50€

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Kerstin Hack: Deine Berufung entdecken

Es gibt nichts Schöneres, als Menschen zu erleben, die genau das tun, was sie als ihre Berufung empfinden. Sie strahlen und leuchten und erleben Erfüllung. Menschen hingegen, die gar nicht richtig wissen, wozu sie auf dieser Welt sind, leben letztlich immer am Leben vorbei.
Deshalb ist die Frage „Wozu bin ich berufen?“ so entscheidend.

1. Berufen, Gottes Kind zu sein

In der Bibel steht: „Seine eigenen Kinder sollten wir werden durch seinen Sohn Jesus Christus. Das hat Gott schon damals aus Liebe zu uns beschlossen.“ Epheser 1, 5
Gottes Kinder werden wir, wenn wir an Jesus Christus glauben, unser Leben unter sein Management stellen und mit ihm leben (lies Johannes. 1, 12).
Wenn wir Gott unser Leben anvertrauen, ihn in uns aufgenommen haben, fließt seine Kraft in und durch unser Leben – wie die Kraft, die eine Weintraube hat, die ihre ganze Energie aus dem Weinstock bezieht, denn Jesus spricht: „Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht.“ Johannes 15, 5

2. Berufen, zu Gottes Familie zu gehören

Die Bibel vergleicht die Gemeinde mit einem Körper (Leib), in dem die einzelnen Glieder sich gegenseitig ergänzen und fördern. Wenn Du Dein Leben Jesus gegeben hast, gehörst Du damit automatisch zu seiner Familie, der Gemeinde. Der Apostel Paulus, der im ersten Jahrhundert viele Gemeinden gründete, erklärt das so: „So wie unser Leib aus vielen Gliedern besteht, so besteht auch die Gemeinde Christi aus vielen Gliedern und ist doch ein einziger Leib.“
Und: „Unser Leib soll eine Einheit sein, in der jeder für den anderen da ist.“ 1. Korintherbrief 12, 12 und 25
Es ist Gottes Plan, dass wir mit anderen Menschen verbunden sind und unsere Gaben, Talente und unseren Persönlichkeitsstil nutzen, um die anderen zu stärken und zu fördern.
Wenn wir in Gottes Familie dienen, können wir unsere Gaben effektiv einsetzen und trainieren. Gleichzeitig empfangen wir von den anderen Mitgliedern Kraft und Input. Aber wir sind nicht nur füreinander da, sondern auch von Gott berufen, dazu beizutragen, dass noch andere Menschen, die bisher noch nicht zu ihm gehören, Teil seiner Familie werden.

3. Berufen zu konkreten Aufgaben

Gott hat ganz bestimmte Pläne und Absichten mit Deinem Leben. Er hat Aufgaben vorbereitet, die nur Du erfüllen kannst. Die Bibel sagt: „Wir sind sein Werk, durch Jesus Christus neu geschaffen, um Gutes zu tun. Damit erfüllen wir nur, was Gott schon immer mit uns vorhatte.“ Epheser 2, 10
Aber man kann den Gipfel eines Berges nicht erreichen, wenn man nicht die unteren Regionen durchwandert hat.
Genauso ist es unmöglich, die spezifische persönliche Berufung zur Entfaltung zu bringen, wenn die Basis nicht stabil ist. Darum ist es wichtig, in Deine Beziehung mit Jesus und in das Leben in seiner Gemeinde zu investieren, um zur vollen Entfaltung Deiner persönlichen Berufung zu finden.

Berufung leben

Menschen, die ihre Gaben und Talente einsetzen, sind glücklicher als Menschen, die sich nur um sich selber drehen. Mutter Theresa hat immer von innen her gestrahlt . Das kann man von vielen reichen Popstars, die vom Drehen um sich selbst schon schwindelig im Kopf sind, nicht behaupten.

Gott dienen und die eigenen Gaben und Talente einzusetzen hat positive Auswirkungen:

1. Gott freut sich

Gott hat Dich so geschaffen, wie Du bist und er freut sich wie ein Vater über sein Kind, wenn Du das Potenzial, das er in Dich hineingelegt hat, voll ausschöpfst. Er liebt uns so sehr, dass er alles für uns investiert hat, um uns zu retten. Und er freut sich, wenn wir alles investieren, um anderen Menschen seine Liebe zu vermitteln.

2. Du freust Dich
Du blühst auf, wenn Du merkst, was in Dir steckt. Du spürst: „Wow – dafür bin ich geschaffen! Ich kann etwas einbringen!“
Vieles von Gottes ursprünglichem, perfekten Plan mit Deinem Leben konnte sich nicht entfalten, solange Du ohne ihn gelebt hast.
Durch Jesus wird Dein Leben in seiner ganzen Fülle wieder hergestellt. Gottes Leben lebt in uns – wir leben unser Leben mit ihm. Gott, der Vater freut sich unendlich, wenn Du das ganze Potenzial dessen, was er in Dich hineingelegt hat, voll ausschöpfst. Durch Dich soll Gottes Liebe in einzigartiger Weise sichtbar werden. Je mehr Du Deine Gaben einsetzt, umso mehr erkennst Du, wie einzigartig Du bist und wie Du damit Gott und Menschen dienen kannst.


3. Andere Menschen freuen sich

Christen, die ihre Talente einsetzen, um anderen zu helfen, zeigen Menschen, wie Gott ist. Sie sind ein Zeugnis für Jesus, der sagt: „Daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt.“ Joh. 13, 15.
Wenn Du das gibst, was nur Du geben kannst, werden alle davon profitieren. Wenn Du Deine Gaben und Talente nicht einsetzt, werden sie – und Du mit ihnen – verkümmern und anderen Menschen wird etwas Einmaliges fehlen, was nur Du geben kannst.

© Auszug aus „Nr. 1: Entdecke, wer Du bist, finde Deinen Platz“ von Leo Bigger und Kerstin Hack
Nr. 1 ist als Buch im shop von Down to Earth erhältlich.

Die Autorin freut sich über Rückmeldungen und Kommentare.

Hinweis: Down to Earth, 2002 (www.down-to-earth.de). Nur zum persönlichen Gebrauch. Veröffentlichungen in Printmedien oder im Internet nur nach schriftlicher Genehmigung von Down to Earth.