Rezension: Spurensuche. Impulse für Menschen, die Gott finden möchten

spurensucheWie kann man Gott entdecken? Es gibt Bücher, die einem Schritt für Schritt versuchen zu erklären, wie man es denn genau anstellen könnte, Gott zu finden. Kerstin Hack, Autorin, Verlegerin und Coach vertritt einen anderen Ansatz. „Rezension: Spurensuche. Impulse für Menschen, die Gott finden möchten“ weiterlesen

Kerstin Hack: 10 Experten-Tipps: SWING – ein Leben in dynamischer Balance

My beautiful picture1. Kreativ sein

Die meisten Dinge werden schöner, wenn man sie kreativ gestaltet. Warum nicht mal die To-Do Liste farbig verzieren oder die Kekse für ein Arbeitstreffen besonders schön und ungewöhnlich arrangieren – von umfassender Umgestaltung der Umgebung ganz zu schweigen. Sie werden sehen – das tut gut! „Kerstin Hack: 10 Experten-Tipps: SWING – ein Leben in dynamischer Balance“ weiterlesen

Kerstin Hack: Die Hütte und ich

1. Was hat Sie so sehr an dem Roman „Die Hütte“ fasziniert?

Mich hat beeindruckt, wie offen der Roman die Frage nach dem Leid behandelt, die Gefühle und Gedanken des Protagonisten schildert und welche Lösungsansätze entwickelt werden, Leidvolles heilsam zu verarbeiten. „Kerstin Hack: Die Hütte und ich“ weiterlesen

Kerstin Hack: Die Täufer tauchen wieder auf.

Täufer lesen die Bibel. Jan Luyken, 1685

 Die radikalen Jesus-Nachfolger der Reformationszeit werden wieder wahrgenommen . 

Januar 2007: Das Magazin der Schweizer Lebensmittelkette COOP enthält Werbung für Bratpfannen, Unterwäsche und Butter und einen langen Artikel über die Täufer, die nun verstärkt von der Öffentlichkeit wahrgenommen werden. „Kerstin Hack: Die Täufer tauchen wieder auf.“ weiterlesen

Kerstin Hack: Väter der Einheit

„Ich werde die einen erkaufen, die anderen einschüchtern, noch andere schlagen und zuletzt alle für mich gewinnen, indem ich sie gegen Frankreich führe!“ ,sagte Bismarck 1864 und offenbarte so die Methoden, mit deren Hilfe er als der „eiserne Kanzler“ und Schmied der deutschen Einheit in die Geschichte eingehen sollte. „Kerstin Hack: Väter der Einheit“ weiterlesen

Kerstin Hack: Voller Leben

Ich lebe und ihr sollt auch leben. Jesus. Johannes 14, 19

Manche Dinge beginnen eher ungewöhnlich. „Spring“, mein Buch über das Leben und das, was das Leben lebenswert macht, begann mit dem Tod. „Kerstin Hack: Voller Leben“ weiterlesen

Kerstin Hack: Masken ab oder: Wie man sich neu dem Leben öffnet

Am Aschermittwoch sind die Jecken zu beneiden. Sie legen ihre Kostüme und Masken ab, verstauen sie für die nächste Karnevalssaison im Schrank und sind wieder die, die sie vorher waren. „Kerstin Hack: Masken ab oder: Wie man sich neu dem Leben öffnet“ weiterlesen

Kerstin Hack: 1 rein 2 raus – so bleibt die Umgebung schlank

Mein Lieblingstipp, um dafür zu sorgen, dass die eigene Umgebung schlank bleibt und man nicht in Kram erstickt: Wann immer du eine Sache irgendwo ablegst, schau in der gleichen Abteilung oder Ecke nach, ob du nicht zwei andere wegtun kannst. „Kerstin Hack: 1 rein 2 raus – so bleibt die Umgebung schlank“ weiterlesen

Kerstin Hack: Einladung zum Fest aller Feste. Die Vielfalt der Volksgruppen als Ausdruck der Fülle Gottes.

Wird es bei dem Fest aller Feste, der „Hochzeit des Lammes“, italienische Pizza oder japanisches Sushi zu essen geben, englischen Tee und Schwarzwälder Kirschtorte, griechischen Wein, indischen Tanz und israelische Musik? Werden die weißen Gewänder lange herunterhängend, wie Saris gewickelt oder wie französische Mode geschnitten sein?

Die Bibel gibt dazu keine genauere Auskunft. Eines steht allerdings fest: Bei dem Fest aller Feste wird eine große Volksmenge, die niemand zählen kann, aus jeder  Nation und aus allen Ethnien, Stämmen und Völkern. Sie alle werden in ihren Sprachen Gott anbeten. (Offenbarung 7,9)

Darauf lebt und arbeitet Gott hin. Von Beginn der Menschheit an ist es Gottes Wunsch,  mit Menschen Gemeinschaft und Austausch zu erleben. Weil dieser Austausch mit dem Sündenfall zerbrach, machte er sich daran, sie zu erlösen, zu sich zu ziehen, wieder mit sich zu versöhnen.

Sein Angebot der Versöhnung gilt allen Menschen. Warum aber betont die Bibel so sehr den kulturellen Aspekt, warum spricht sie von Stämmen, Nationen (eigentlich: „Ethnien/ethnische Gruppen“), Völkern, Sprachen? Warum heißt es nicht einfach: „unendlich viele Menschen werden das Lamm anbeten“?

In 1. Mo. 1, 27 steht: „Gott schuf den Menschen nach seinem Bild – er schuf ihn zum Bilde Gottes – er schuf sie beide, Mann und Frau. “Das Wort Adam bedeutet einerseits „der Mensch“ als Einzelner, kann andererseits aber auch für die Menschheit als Ganzes stehen. Anders gesagt: die gesamte Menschheit ist Spiegel Gottes.

Offensichtlich scheint Gott in der Fülle seiner Eigenschaften nicht in einen einzelnen Menschen hineinzupassen. Und so sind bestimmte Eigenschaften in manchen Menschen und Gruppen von Menschen deutlicher hervorgetreten als in anderen.

Die elementarste Verteilung ist die zwischen Mann und Frau – der Mann hat manche Eigenschaften, die Gottes Wesen widerspiegeln, stärker ausgeprägt als die Frau und umgekehrt.

Die zweite „große Verteilung“ ist die Verteilung von bestimmten Eigenschaften auf verschiedene Volksgruppen (s. Apg. 17, 26). Gott hat den einen Menschen (Adam) als sein Ebenbild geschaffen. Aus Adam heraus haben sich alle Volksgruppen entwickelt, die in unterschiedlicher Art und Weise ein Stück von Gottes Wesen widerspiegeln oder betonen.

Stark vereinfacht und klischeehaft könnte man sagen:

– die Japaner spiegeln in besonderer Weise Gottes Sinn für Ästhetik wider

– die Franzosen bringen etwas von Gottes Lebensfreude oder Lebenskunst zum Ausdruck,

– die Schweizer wissen etwas von Gottes Präzision und seinem friedensstiftenden Wesen,

– die Deutschen sind bekannt für ihre Gründlichkeit – auch Ebenbild Gottes,

– die Amerikaner bringen zum Ausdruck, daß Gott große Pläne hat – ihr Gott ist „very big“,

– die Juden wissen in besonderer Weise, daß Gott ein Gott ist, der Geschichte macht und sehr langfristig arbeitet,

– die Araber bringen die Leidenschaft und Opferbereitschaft, die Gott hat, zum Ausdruck,

– viele Afrikanische Ethnien wissen viel von lauter, jubelnder Freude, die Teil von Gottes Wesen ist usw.

Wenn man die Augen offenhält kann man die ganze Vielfalt Gottes in seinen Kindern widergespiegelt sehen. Gott selbst freut sich über die Fülle, die er in die unterschiedlichen Volksgruppen hineingelegt hat. Die Bibel sagt, dass eines Tages die Könige der Völker ihre Ehre und ihren Reichtum zu Gott bringen werden, (Offenbarung 21, 24-26). Dieser Reichtum besteht nicht nur in materiellen Dingen, sondern auch in kulturellen Schätzen, die Gott gegeben hat und die wieder an ihn zurückgegeben werden.

Auch Sprachen drücken Gottes Vielfalt aus: Gott würde sich vielleicht langweilen, wenn er immer nur „Preis dem Herrn“ hören würde. Ich denke er freut sich genauso, wenn Japaner sagen : Mina toishoni – shuo home tata eio,(laßt uns miteinander Gott loben), oder wenn er in einer rauhen arabischen Stimme hört – „Il hamdu  lilah“ (dem Gott sei Dank) oder ganz feierlich auf griechisch „Doxa Theo“. Oder wenn eine Französin zart  „Je t´aime, Seigneur“ haucht. Wenn ein Albaner sagt: „Ich bete Dich an, Du großer Gott“ heißt das „te dua ti i mahdi zot“ und bei einem Amerikaner „O, Lord, I really wanna praise you tonight…“

Unterschiedliche Kulturen – Schutz vor Selbstzerstörung

Ist dieses Bild nicht zu positiv – sind nicht die kulturellen Unterschiede verantwortlich für ethnische Konflikte von Bosnien bis Ruanda? Erschweren nicht unterschiedliche kulturelle Prägungen Verständnis und Annahme? Hat nicht jeder Schüler, der Grammatik und Satzbau alter oder neuer Sprachen lernen mußte, die Baumeister der Turmes zu Babel verwünscht, die mit ihrer Arroganz und ihrem Stolz die herrlichen Zeiten beendet haben, in denen es „nur eine Sprache und einen Wortschatz“ gab (1. Mo. 11, 1) und keine sieben Deklinationen und 8 Tonhöhen?

Es sieht so aus, als ob das Negative da den Sieg davongetragen hat. Die Schuld der Menschen, wie Gott sein zu wollen, brachte die ganze Verwirrung der Sprachen mit sich. Aber die Vielfalt der Sprachen ist auch Schutz Gottes. Schutz davor, dass der Mensch in seiner Überheblichkeit sich nicht noch mehr Schaden zufügt: 1. Mo 1, 6:  „Sie sind ein Volk und haben eine Sprache. Das ist erst der Anfang ihres Tuns – es wird ihnen nichts unmöglich sein, was sie sich auch immer vornehmen.“

Gott schützt durch die sprachlichen und kulturellen Grenzen die Menschen davor, noch größere, globale Dummheiten zu machen. Es sind sozusagen sprachliche und kulturelle Mauern vorhanden, die sowohl die Verbreitung von Bösem als auch die Verbreitung von Gutem eindämmen. Welcher Nutzen, aber auch welcher Schaden entstehen kann, wenn die kulturellen Mauern durch Weltsprachen und Welthandel eingerissen werden, sieht man an den Segnungen und Auswüchsen der Globalisierung.

Darf man Kulturen verändern?

Mythos Nr. 1: Es gibt unberührte Völker, mit völlig eigener Kultur

Gleichzeitig mit der Wiederentdeckung der Kostbarkeit kultureller Eigenschaften und Werte sowie den negativen Erfahrungen der Vergangenheit (Zerstörung von Kulturen durch Imperialismus und falsch verstandene Mission) stellt sich die Frage, ob man denn Kulturen überhaupt beeinflussen oder verändern darf. Ist es moralisch und ethisch vertretbar, kulturfremde Elemente z.B. „westliche“ Religion in eine Kultur einzubringen?

Eine koreanische Buddhistin erklärte, daß der Gott der Christen etwas Fremdes für sie sei. Buddha sei ihr vertraut – mitten im Satz hielt sie inne – ihr war aufgefallen, daß Buddha auch kein Koreaner war. Indische Mönche hatten den Buddhismus nach Korea gebracht hatten, wo sich die neue Religion mit alten kulturellen Elementen verband. Das ist kein Einzelfall. Die „unberührte Volksgruppe“ ist ein unwissenschaftlicher Mythos. Ethnologen (Völkerkundler) gehen davon aus, daß mindestens 80 Prozent der Verhaltensweisen, Techniken, Gegenstände und religiösen Riten einer Volksgruppe nicht von ihr selbst entwickelt, sondern von anderen Volksgruppen übernommen wurden. Jede Volksgruppe ist von anderen beeinflußt, „schmarotzt“ Ideen, Verhaltensmuster usw.

Zum Beispiel:  Der typische Deutsche

Der typische Deutsche wacht morgens auf, steigt gähnend aus seinem Bett – ein Möbelstück, das in Asien erfunden wurde. Er sieht durch die Glasscheibe – eine Erfindung der Ägypter – aus dem Fenster und ärgert sich über das typisch deutsche Wetter. Anschließend geht er zur Toilette – eine Erfindung der alten Römer, wäscht sich mit Seife – Idee der antiken Gallier – und rasiert sich anschließend – ein Ritus, der auf heidnische Priester der alten Sumerer zurückgeht.

Anschließend legt er seinen Pyjama – abgewandeltes indisches Kleidungsstück – aus Baumwolle –

auch aus Indien – auf die Seite, zieht sich an (geschneiderte Kleider wurden übrigens von den zentralasiatischen Nomaden erfunden) und geht in die Küche, um sich mit Kaffee und Müsli – beides keine deutschen Lebensmittel –zu stärken. Bevor er aus dem Haus geht, dankt er, falls er gläubig ist, noch dem Gott der Hebräer in einer indogermanischen Sprache dafür, dass er ein typischer Deutscher ist.

Und Kulturen verändern sich. Von 1945 bis 1990 haben sich die Bundesrepublik und die DDR getrennt entwickelt – die Leute haben andere Verhaltensmuster, zum Teil sogar eigene Vokabeln, entwickelt und gepflegt. Weder in der BRD noch in der DDR ist die „deutsche Kultur“ so wie sie 1945 war, erhalten geblieben. Viele Dinge, die vor 15 Jahren noch kaum bekannt waren (z.B. Kiwis, Walkman, Techno Musik, Faxgeräte, Boy Groups und Internet), sind jetzt alltäglich und prägen das Leben von vielen.

Auch Werte und Normen unterliegen einer ständigen Veränderung. Wandel in welcher Kultur auch immer läßt sich nicht vermeiden. Unberührte Volksgruppen, so wie manche romantische Träumer sich das vorstellen, gibt es nicht mehr und hat es noch nie gegeben. Die Frage ist, ob allein Coca-Cola, IBM und Apple das Recht haben, Werte zu prägen oder ob es nicht auch genauso legitim ist, andere Werte als die des Kapitalismus zu vermitteln – etwa indem man Menschen die Liebe Gottes nahebringt..

Mythos Nr. 2: Unerreichte Völker bestehen ausschließlich aus glücklichen Menschen

Seit der Antike gibt es den Mythos vom „glücklichen Wilden“, dem zufriedenen, naturverbundenen Menschen, der sich nichts sehnlicher wünscht, als vom Rest der zivilisationsverdorbenen Menschheit in Frieden gelassen zu werden. Der Mythos erlebte in den Nachwehen der französischen Revolution einen erneuten Aufschwung und jetzt kann man kaum eine Zeitschrift aufschlagen, die nicht irgendwo von Menschen schreibt, die noch wahrhaft glücklich und naturverbunden leben.

Sicher haben Angehörige einers Stammes, der im Regenwald lebt, manche Probleme nicht, mit denen die Bewohner des modernen Großstadtdschungels zu kämpfen haben. Aber es gibt keinen Menschen auf der Erde, der nicht mit Problemen der Angst, der Schuld und des Todes zu kämpfen hat – und auch keinen Menschen, der sich nicht im tiefsten Inneren nach Lösung und Erlösung seiner existentiellen spirituellen Bedürfnisse sehnt. Letztlich nach der Begegnung mit dem einen wahren Gott sehnt, zu dessen Ebenbild er geschaffen wurde.

Das gilt nicht nur für Einzelne, sondern für ganze Volksgruppen. Die überlieferten Erzählungen vieler hundert Völker von Afrika bis Neuseeland sprechen von dem „goldenen Zeitalter“ (die Bibel nennt das Paradies) als Gott noch bei den Menschen wohnte. Sie bedauern, diese Zeit verloren zu haben und sehnen sich dorthin zurück. Das Evangelium ist von daher nichts Wesensfremdes, sondern der Schlüssel, der den Menschen und Völkern dazu hilft, zur Entfaltung und zu ihrer wahren Bestimmung zu finden, damit eines Tages Menschen aus allen Völkern und Nationen und Sprachen den Schöpfer und Retter anbeten.

So wie die Griechen den „unbekannten Gott“ verehrten ohne ihn zu kennen (Apg. 17, 22 – 13), gibt es Hunderte von Fällen aus aller Welt, wo Völker schon durch tief verwurzelte Elemente in ihrer eigenen Kultur oder durch Prophezeiungen auf die Botschaft der Erlösung vorbereitet waren. Die Volksgruppe der Wa (China/ Burma) war durch die Kopfjägerei, durch die man Dämonen besänftigen und eine gute Ernte herbeiführen wollte, immer kleiner geworden. Mehrere Leiter begannen, ihr Volk zu beschwören,  diese Praxis aufzugeben und sich auf die Begegnung mit dem wahren Gott vorzubereiten. Ein Zauberdoktor legte seine Hand auf einen Esel und sagte zu den Ältesten „Wenn ihr diesem Esel folgt, wird er euch zum wahren Gott führen.“ Der Esel lief mehr als 300 km durch unwegsames Gelände – bis direkt vor das Haus eines Missionars, dessen Erstaunen groß war, als die berüchtigten Kopfjäger ihn fragten, ob er zu ihnen kommen und ihnen den Weg zum wahren Gott erklären könne. Er ging mit. Die Menschen begriffen seine Botschaft als die Botschaft der Erlösung, nach der sie sich gesehnt haben und entschieden sich, ihr zu folgen.

Erlösung entfaltet sich auch da, wo Menschen und Nationen zu ihrer eigentlichen Bestimmung zurückfinden oder diese verstärkt, ohne Angst, entfalten können. Die Japaner etwa haben eine Berufung, die Schönheit und Harmonie Gottes zum Ausdruck zu bringen, aber sie verwenden diese Gabe auch, um eine Menge unnütze Dinge zu produzieren. Sie verwenden die Gabe auch, um Götter zu besänftigen, vor denen sie Angst haben. Wann sie da stattdessen die Erfahrung der Begegnung mit einem liebevollen Gott machen, kann diese Gabe auf neue Art und Weise zur Entfaltung kommen.

Den Deutschen wird nachgesagt, sie haben eine besondere Gabe, Ideen zu entwickeln und in alle Welt zu tragen. Diese Gabe wurde in der Nazi-Zeit – geprägt von destruktiven Ideologien – für Tod und Zerstörung mißbraucht. Was kann geschehen, wenn Menschen in Deutschland noch stärker als bisher ihre Forscher- und Erfindergaben in den Dienst Gottes und der Menschen stellen.

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Der Artikel wurde erstmals publiziert in dem Magazin „Der Auftrag“ Nr. 63, Juni 1997. Mit freundlicher Genehmigung.

 

Büchertipps zum Thema:

Ewigkeit in ihren Herzen von Don Richardson. Zu bestellen zum Beispiel über Amazon.

Widerstand in Berlin. Wie gezieltes Gebet konkrete Veränderungen auslöst

Jahrelang konnte man in Berlin immer wieder Christen klagen hören: „Der Boden ist hier so hart! Der Himmel über Berlin ist sooo verschlossen!“ Jeder schien das als gegebene Tatsache hinzunehmen. Doch in den letzten Jahren hat sich einiges geändert. Immer mehr Gebetsgruppen und Gebetsinitiativen formieren sich. Sie beten konkret für Veränderung. Und – Gott antwortet! Einige dieser Gebetszeiten habe ich selber miterlebt (in dem Fall schreibe ich von „wir“); von anderen haben mir befreundete Beter erzählt.

 

Wenn der Funke nicht überspringt …

Sommer 1998: Was taten wir hier eigentlich? Leise vor uns hinmurmelnd, gelegentlich auch laut betend liefen wir durch den Nieselregen, während uns aus dem Berliner Olympiastadion die Klänge von „Sympathy for the devil“ (Sympathie mit dem Teufel) und andere Hits der Rolling Stones entgegen dröhnten. Was war geschehen? Durch einen Zeitungsartikel waren wir auf die „Bridges-to-Babylon“-Tournee der Stones aufmerksam geworden. Im Internet konnte man nachlesen, dass das erklärte Ziel dieser Tour war, spirituelle Brücken nach Babylon zu bauen. Bei aller Liebe zu professioneller Musik – aber Sympathie mit dem Teufel und Brücken nach Babylon waren das Letzte, was wir in Berlin haben wollten.

Also informierten wir andere Christen und baten um Gebet. Am Abend des Konzertes beteten wir vor allem für zwei Anliegen: 1. Dass die Leute bei Liedern der Hingabe an okkulte Mächte nicht mitsingen würden. 2. Dass bei dem Konzert der „Funke“ nicht überspringen würde. Fasziniert lasen wir am nächsten Tag  in der „Berliner Zeitung“ über den Leadsänger der Stones: „Keith Richards stand alleine im Regen und versuchte vergeblich, das Publikum zum Mitsingen zu bewegen. Der Funke wollte einfach nicht überspringen!“

Die Gebetsbrücke

Mai 1998: Viele Fürbitter empfanden, Berlin sei wie eine „belagerte Stadt“, die dringend Hilfe von außen brauche. Gott hatte uns den Impuls gegeben, eine Initiative „Gebetsbrücke für Berlin“ (in Anlehnung an die „Luftbrücke“ 1948 – 1949) zu starten und Teams aus aller Welt nach Berlin einzuladen, um uns geistlich Beistand zu leisten. Ein Pastor aus Norwegen hatte in seiner Stillen Zeit einen Hilferuf aus Deutschland gehört: „Komm herüber und helft uns!“ Er  wusste nicht, was das bedeuten sollte. Einige Wochen später fand er in einer christlichen Zeitschrift in Norwegen einen Artikel über die Gebetsbrücke mit deren Motto als Überschrift: „Kommt herüber und helft uns!“ Ein Team aus seiner Gemeinde kam – es kamen aber auch Gebetsgruppen sowie einzelne Fürbitter aus England, USA, Kanada, Deutschland, Norwegen, Australien, Sri Lanka, Indien, dem Libanon, der Schweiz, Malaysia, Südafrika …

Plötzliche Einigung

Winter 1998/99: Die Bundesregierung hatte beschlossen, ein Mahnmal für die ermordeten Juden zu bauen. 10 Jahre (!) lang konnte man jedoch keine Einigung darüber finden, wie dieses Denkmal aussehen sollte. Eine kleine Gruppe von Fürbittern ging zu dem Gelände, um vor Ort für eine Lösung zu beten. Es war ihnen aufgefallen, dass auf eben diesem Gelände Goebbels‘ Villa gestanden hatte, und dass sich auch Hitlers Bunker in der näheren Umgebung befand. Ihnen wurde klar, dass es dort offensichtlich  noch einiges an „geistlichen Altlasten“ gab. So bat diese Gruppe von Betern Gott um Vergebung für alles Unheil, was von diesem Ort ausgegangen war. Vier Tage später lautete die Schlagzeile in mehreren Zeitungen: „Plötzliche Einigung beim Streit ums Holocaust-Mahnmal“. Mehrere Journalisten bemerkten erstaunt, dass es keine Erklärung dafür gab, warum plötzlich ein Konsens gefunden werden konnte…wir lasen es und schmunzelten…eine Erklärung hatten wir schon.

Die Stimmung ändert sich

Frühjahr 1999: Die Berliner sind nicht allzu glücklich darüber, dass nun die Bonner –

und mit ihnen auch Diplomaten und ihre Corps aus aller Herren Länder – nach Berlin kommen werden. Die Stimmung ist sehr gemischt. Beim „Stadtgebet“ und in Gebetsgruppen sprechen wir immer wieder aus, dass wir die Neuberliner in „unserer“ Stadt willkommen heißen. Nur kurze Zeit darauf wird die Initiative „Welcome Home“ von engagierten Berlinern gestartet. Die Initiative will durch Infos, Radiosendungen und vor allem durch Beteiligung der Bevölkerung dazu beitragen, dass die Diplomaten und ihre Teams sich in der Stadt bald heimisch fühlen. Es ist die weltweit erste Initiative dieser Art! Mehr als 2000 Berliner bewerben sich als „Berlin-Botschafter“. Die Stimmung verändert sich!

Moderne Form des Götzendienstes 

Silvester 2000: Zur Jahreswende 2000 war ein riesen Lichtspektakel an der Berliner Siegessäule geplant. Die Siegesgöttin Nike sollte von Dutzenden von Scheinwerfern angestrahlt werden und so das neue Jahrtausend einleiten. Wir empfanden das als eine moderne Form des Götzendienstes und begannen zu beten. Plötzlich häuften sich die Leserbriefe, die sich gegen das Projekt aussprachen, weil es zu sehr an Hitlers (!) Lichtinstallationen erinnern würde! Das Ergebnis war, dass das Konzept geändert werden musste und die Installation viel von ihrem „sakralen Charakter“ verlor. Am Silvesterabend herrschten gute Sichtverhältnisse, doch kurz vor Mitternacht zog plötzlich so dichter Nebel auf, dass die Lichtshow nicht – wie ursprünglich geplant – 70 km weit zu sehen war, sondern nur wenige hundert Meter. Die geladenen Gäste im nur 300 m Luftlinie entfernten Reichstag dachten, dass der Strom ausgefallen sei, weil sie nichts sehen konnten.

Die Polizei riegelt ab

April 2000: Neonazis wollen die rechte Szene neu aktivieren. Sie organisieren Demos und wollen mit Hitlergruß durchs Brandenburger Tor. Die erste Demo haben wir Beter verschlafen, aber vor der zweiten Demo beteten wir vor allem, dass sie nicht durch das Tor ziehen werden (aus geistlichen Gründen sowie wegen der Publikumswirksamkeit). Die Folge: Die Polizei riegelte aufgrund einer anderen Demo das Brandenburger Tor hermetisch ab – keiner kommt durch!

Begegnung auf Augenhöhe

Mai 2000: „Die Mauer ist weg, aber die Mauer in den Köpfen ist immer noch da!“, war immer wieder in der Zeitung zu lesen. Das bewegte uns dazu, den „Mauergebetsmarsch“ durchzuführen. Christen aus den verschiedensten Gemeinden Berlins wandern von Oktober 1999 bis Mai 2000 die Strecke der ehemaligen Mauer (155 km) in Etappen ab. Wir beteten für Einheit im Herzen zwischen Ost- und Westdeutschen sowie zwischen Christen verschiedener Prägungen. In der politischen Szene bewegte sich viel. Plötzlich sprach man von „Begegnung auf Augenhöhe“ zwischen Ost und West, eine Ost-Frau rückte an die Spitze der CDU, die Stimmung in der Brandenburger Bevölkerung, die früher eine Fusion mit Berlin entschieden (mehr als 90% dagegen) abgelehnt hatten, wandelte sich. Mehr als 60% können sich mittlerweile einen Zusammenschluss mit Berlin vorstellen.

Alternativen zur Love Parade

Mai 2000: Jedes Jahr kommen hunderttausende von Jugendlichen zur Love Parade in die Stadt, um bei Techno, Drogen und Sex Erfüllung zu finden. Viele Christen beteten, dass Gott eine „geistliche Alternative“ zur Love Parade starten würde. Voller Dankbarkeit lasen wir die Artikel der Berliner Presse über den Jesus-Tag. Eine kleine Auswahl der Überschriften: „Die Love Parade der Gläubigen“, „Ein Vorgeschmack auf den Himmel“, „Die Demo des Lächelns“ „Jesus Christus ist voll cool“…

Jugendliche fasten und beten

Juni 2000: Viele Gebetsgruppen entschließen sich, besonders für geistliche Erneuerung bei der Jugend Berlins zu beten. Und Gott antwortet. Wir erleben: Neue Dienste und Gemeindegründungen mit Schwerpunkt Jugend kommen in die Stadt. Viele Jugendgruppen berichten davon, dass sich die Freunde der „Gemeindekinder“ auf einmal Jesus zuwenden. Jugendliche treffen sich zum Fasten und Beten. Einige der Jugendlichen können an ihrer Schule einen Gottesdienst veranstalten und dort von ihren Erfahrungen mit Jesus erzählen. Jugendgebetskonzerte finden statt, zu denen junge Menschen aus dem ganzen Spektrum christlicher Gemeinden in Berlin zusammenkommen. Sie sind kaum zu bremsen, beten für ihre unbekehrten Freunde, für Leiter in der Stadt, für geistliche Aufbrüche. Mehr als 200 Jugendliche singen und beten gemeinsam und erwarten gespannt, wie unser starker und mächtiger Gott auf ihre und unsere Gebete antworten wird!

 

Leicht bearbeitete Fassung eines Artikels, der zuerst 2000 in der Zeitschrift Der Auftrag erschien. Mit freundlicher Genehmigung.

 

Büchertipps zum Thema:

 

Kerstin Hack, Axel Nehlsen u.a.: Beten für unser Land. Impulse für segenendes Gebet.

Impulsheft, 2,50€ Direkt zu bestellen beim Down to Earth-Shop.

 

 

Kerstin Hack: Draußen beten. Impulse zum Gebet im Freien.

Impulsheft, 2,50€. Direkt zu bestellen beim Down to Earth-Shop.