Kerstin Hack: Authentisch sein und handeln

Impulse für echtes Leben. Und Leben in Echtheit.

Authentisch sein und handeln

„Beschreiben Sie mit maximal 15 Worten, wer sie sind und verwenden Sie die Formulierung „Ich unterstütze Menschen dabei…“ gab uns der Leiter einer Weiterbildung als Aufgabe. Am Ende der Übung war ich auf knappe 13 Worte reduziert: „Ich bin Verlegerin und unterstütze Menschen dabei, ganzheitlicher und glücklicher zu leben!“ Das war kurz und knapp, aber das Ergebnis klang eher nach Wellness-Verkäuferin und überhaupt kein bisschen authentisch, obwohl es inhaltlich durchaus zutrifft.
Kurz darauf sagte ein Freund über mich: „Kerstin ist eine Frau, die sich im Gebet für Berlin engagiert!“ Das traf es auch, aber es bleibt vieles unberücksichtigt, was mich ausmacht.
Ich bin eine Frau, die gerne Menschen inspiriert, echt zu sein, das Beste aus ihrem Glauben und Leben zu machen und dafür jedes verfügbare Medium einsetzt: Bücher, CDs, Videos, Internet, Internet-Tagebücher (Blogs), Podcast (Internet-Radio), Vorträge, Artikel. Aber selbst dies beschreibt primär meine Aktivitäten, die nur ein Stück von dem zeigen, wer ich bin. Ist das authentisch? Was bedeutet es authentisch zu sein?

Was ist Authentizität?

Der Duden definiert das Authentizität mit „Echtheit, Zuverlässigkeit und Glaubwürdigkeit“. Das Internet-Lexikon Wikipedia erwähnt noch einen anderen, wichtigen Aspekt: „Authentizität bedeutet Echtheit (als Original befunden)“ und erläutert dies in Bezug auf Geschichte: „Authentizität von aufgefundenen Gegenständen […] bedeutet, dass der […]Gegenstand tatsächlich von der Person oder Quelle stammt, von der er vorgibt zu stammen, also keine Fälschung ist.“ Und weiter „Angewendet auf Personen bedeutet Authentizität, dass das Handeln einer Person nicht durch externe Einflüsse bestimmt wird, sondern aus der Person selbst stammt.“

Elemente der Authentizität

Verstehen, wer man ist
Im Kern der Authentizität steckt das Konzept der Originalität: Sich selbst, sein Wesen und seine Talente, aber auch Schwächen zu kennen, ist die Grundvoraussetzung für Authentizität.
Zur Selbstbewertung ist das gelassene Vergleichen durchaus erlaubt. Verglichen mit den meisten anderen Menschen bin ich z. B. weitaus kreativer und entwickle leichter neue Ideen. Andererseits habe ich viel weniger Liebe zum Detail als die meisten. Und im Vergleich mit anderen Unternehmern habe ich häufig mehr Energie, Vision und Zielstrebigkeit, aber auch weniger strategische und analytische Fähigkeiten.

Es ist hilfreich, wenn man sich so klar und eindeutig definieren kann, wie Jesus das tat. Besonders im Johannesevangelium wird die Identität Jesu, (das Licht der Welt, der gute Hirte…), seine Aufgaben (die Sünder zu rufen) und auch das, was nicht seine Aufgabe war (die Gerechten zu rufen) ebenso klar abgegrenzt wie der richtige Zeitpunkt für sein Handeln („meine Zeit ist noch nicht gekommen!)“ und die Rollen der anderen Akteure: Johannes der Täufer wird als vorbereitender Pionier charakterisiert, Petrus als Felsen klassifiziert usw. Mich fasziniert, die Klarheit dieser Definitionen.
Es stärkt und befreit, wenn man klar definieren kann, wer man ist, aber auch wer man nicht ist. Johannes z. B. war ein phantastischer Rufer in der Wüste und wusste das. Hätte er hingegen versucht, ein Priester zu sein, wie sein Vater, hätte er wohl kaum authentisch wirken können.

Akzeptieren, was mich geprägt hat
Nur wer sich selbst kennt, kann sich selbst auch bejahen. Ich halte nichts von einem pauschalen „Du musst ‚Ja‘ zu Dir sagen!“ , das ist zu oberflächlich. Nötig ist vielmehr eine bewusste Auseinandersetzung mit den Dingen, welche die eigene Identität geformt haben: Gene, Nationalität, Familie, Bildung, Erfahrungen, Beziehungen, Kollegen, Glaubenshintergrund, und viele weitere Faktoren haben uns geprägt. Eine Bejahung ist ein – manchmal langwieriger – Prozess, der beinhaltet, dass man sich die einzelnen Mosaiksteine der eigenen Identität, auch die schmerzhaften, bewusst betrachtet und dann – auch im Vertrauen zu Gott, der um jeden Einzelnen von ihnen weiß – annimmt und akzeptiert.
Dazu gehört auch die Akzeptanz der Dinge, die man nicht so gut kann wie andere. Manche Schwächen sind nur in bestimmten Kontexten tatsächlich Schwächen.
Klein zu sein ist eine Schwäche, wenn man bei einem Konzert hinten steht, kann aber eine Stärke sein, wenn man sich durch einen engen Spalt klemmen muss. Es kommt auf die Perspektive an, aus der ich sie betrachte: Kann ich über meine Schwächen lächeln, sie als Teil meiner Identität akzeptieren oder kämpfe ich gegen sie an und leugne ich sie?

Definieren, was man möchte
Menschen spüren es, ob jemand etwas authentisch vertritt. Mein Vater hat lange Elektrogeräte verkauft. Er hasst es zu kochen. Den Olymp seiner Kochkunst erreichte er, als er einmal, als meine Mutter krank war, für uns Kinder Steaks in der Mikrowelle aschfahl „gebraten“ hat. Aber Kühlschränke üben eine gewisse Anziehungskraft auf ihn aus. Vor allem, wenn sie gut gefüllt sind. Man kann unschwer erraten, ob er leidenschaftlicher Kühlschränke oder Herde verkaufte.

Berufliche wie private Sachzwänge verhindern häufig, dass wir uns Gedanken darüber machen, was wir wirklich wollen. Und selbst wenn man die Wahl hat, gibt es meist so viele gute rationale Gründe für die verschiedenen Optionen, dass es gar nicht so leicht ist, den eigenen Wünschen auf die Spur zu kommen.
Es kann helfen, sich vorzustellen, die unterschiedlichen Optionen seien Personen z. B. potentielle Heiratspartner oder Kinder: Würdest Du ihn/ sie heiraten oder großziehen wollen? Bei manchen Projekten lässt sich auf diese Frage sofort mit „Ja“ antworten, wenn es um Projekte geht, die begeistern und mit man sich langfristig identifizieren möchte. Bei anderen Projekten spürt man mit Hilfe dieser Fragestellung, dass man im tiefsten Inneren mit einem Projekt vielleicht gerne „flirten“, aber keine Verantwortung dafür übernehmen möchte.
Bei unklaren Fällen kann man weiterfragen: „Wie müsste sich die Sachen ändern, damit ich mich intensiver dafür engagieren möchte?“

Die eigene Form finden
Neben dem Wissen um die eigenen Fähigkeiten ist es auch wichtig, zu wissen, was die individuelle optimale Form der Umsetzung ist. Erwartungen, Dinge auf eine „genormte“ Art zu tun, Rollen auf bestimmte Art und Weise zu füllen, führen dazu, dass wir nur schwer unsere authentisch eigene Form finden.
Es fiel mir lange schwer, mich mit der Rolle der Geschäftsfrau identifizieren. Hauptsächlich, weil ich Bewegung und Freiheit liebe. Enge Businesskostümchen empfand ich abschreckend – von halsbrecherischen Stöckelschuhen mal ganz zu schweigen! Verbunden mit dem Dresscode war es das Klischeebild der „typischen“ Geschäftsfrau, das auch nicht zu mir passte. In diese Rolle wollte ich genauso wenig hineingezwungen werden wie in ein Kleidungsstück, dass einer Zwangsjacke ähnelt.
Eines Tages schenkte mir eine Bekannte auf einen Gebetsimpuls hin ein weißes Leinenkostüm. Ich schlüpfte hinein und es passte wie angegossen und sah richtig gut aus. Es war ein Business-Kostüm, aber entsprach mir trotzdem voll und ganz. Ich war weder verkleidet noch bewegungsunfähig und konnte sogar Schuhe dazu tragen, die mich nicht in Lebensgefahr brachten. Dieses Kostüm hat für mich symbolisiert: Es gibt auch für mich die passende Form, eine Rolle auszufüllen, die wie angegossen passt.
Dennoch passiert es mir immer wieder, dass ich denke, Ziele auf eine „genormte“ Art ausfüllen zu müssen: Kürzlich erzählte ich einem Bekannten von meinem Wunsch, in den nächsten Jahren mehrere neue Arbeitsplätze zu schaffen. Er antwortete: „Kerstin, schaffe keine Arbeitsplätze. Schaffe Arbeit.“
Ich verstand sofort, worauf er hinaus wollte. Ich will Menschen Arbeit geben. Aber die Struktur einer Firma mit vielen Angestellten passt nicht zu mir, die ideale Form für mich sind schlanke, flexible Kooperationen mit Partnern, denen ich Aufträge verschaffe.
Sich selbst immer wieder zu fragen: „Muss ich das auf diese (normale) Art tun oder gibt es eine Art, die Sache anzupacken, die mir mehr entspricht?“ kann Weg zum effektiveren, weil passenderen und authentischerem Arbeiten aufzeigen.

Authentisch kommunizieren

Dinge beim Namen nennen
Eine große deutsche Zeitung prahlte in einer Kampagne, dass sie die Zeitung ist, die die Dinge am besten beim Namen nennt z. B. „Super-Horst“ (Hr. Köhler). Sie haben damit nicht unrecht.
Klar zu kommunizieren und dabei weder in Manipulation noch in Dominanz abzugleiten ist eine Kunst. Ein biblisches Beispiel für erfolgreiche Kommunikation ist die Geschichte von Ruth, einer Frau aus dem Ausland, die nach ihre Emigration nach Israel offen mit dem Mann kommunizierte, der verpflichtet war, sozial die Verantwortung für sie zu übernehmen, indem er sie heiratete. Sie jammerte nicht, schimpfte nicht, drohte nicht, sondern wartete, bis sie seine volle Aufmerksamkeit hatte und trug dann ihre Bitte klar, furchtlos und direkt vor – ein Musterbeispiel für authentische Kommunikation.

Zugänglich sein und Emotionen zeigen
Jesus war zugänglich und gab anderen Menschen körperlich wie emotional Zugang zu sich – er hat sich berühren lassen, er war offen, und hat zugelassen, dass ihr Schicksal ihn bewegt – das ist ein weiteres Kennzeichen authentischen Lebens.
Jesus hat auch seine eigenen Gefühle gezeigt. Ärger. Hunger, Durst, Schmerz, Angst, Begeisterung, Enttäuschung. Er hat am Grab seines Freundes Lazarus vor den Augen seiner Freunde und Kritiker über den Verlust seines Freundes geweint. Das tat er, obwohl er bereits wusste, dass er ihn in Kürze wieder lebendig machen würde. Er hat den Schmerz dieses Momentes nicht rational verdrängt „Wird gleich gelöst, ist nicht so schlimm“, sondern zuerst geweint und dann das Problem angepackt und gelöst.
In der Geschäftswelt hat man mittlerweile ermittelt, wieviel echte und wieviel vorgetäuschte Gefühle wert sind. Es gibt Programme, die Leute darin schulen, im richtigen Moment Emotionen zu zeigen, den Gesprächspartner „emotional einzufangen“ und ihn anschließend dahin zu bringen, wo man ihn haben möchte.“
Derartige Techniken sind in Businesskreisen so weit verbreitet, dass Wikipedia es bei der Definitionen von Authentizität erwähnt: „In der Management-Sprache bezeichnet man es oft bereits als Authentizität, wenn eine Person den Effekt von Echtheit erweckt.“
In wirtschaftlich schwierigen Zeiten mag es verlockend sein, mit Hilfe von gespielten Emotionen Umsätze zu steigern. Aber der „Effekt von Echtheit“ ist nichts anderes als Unwahrhaftigkeit zum Zweck der Manipulation – meilenweit von wahrer Authentizität entfernt. Da ist nichts Originelles, Echtes, Glaubwürdiges mehr vorhanden, sondern Heuchelei und Schauspiel, das früher oder später durchschaut werden wird.

Eigene Schwierigkeiten benennen
Viele Menschen erzählen von Problem lediglich in der Vergangenheitsform und mit der impliziten Aufforderung, man solle sie doch für ihre heroische Problembewältigung bewundern. Ich mag das nicht. Ich schätze es mehr, wenn Menschen es wagen, so von aktuellen Schwierigkeiten zu sprechen, die sie noch nicht gelöst haben. Das schafft Vertrauen, wenn man sich selbst in dem Gesagten wieder erkennen kann, aber auch weil es Freiraum gibt: „Der andere ist nicht perfekt, dann muss ich es auch nicht sein!“
Das Maß der Offenheit muss angemessen sein. Menschen, die dem Busfahrer von ihren Tageserlebnissen oder Unbekannten von intimen Problemen erzählen sind – gelinde gesagt –peinlich. Ausnahmen sind möglich, aber meistens ist es nicht passend, einem Geschäftspartner in Eheprobleme oder Glaubenskrisen einzuweihen. Persönliche Dinge sollten mit Menschen besprochen werden, zu denen eine tiefe und persönliche Beziehung besteht. Jeder braucht einen Kreis von Menschen, bei denen er zeigen kann, wer er ist – mit allen Ängsten, Fehlern und Schwächen.
Aber Geschäftspartnern kann man offen von aktuellen geschäftlichen Problemen erzählen. Es kann eine Beziehung vertiefen, wenn man auf die Frage „Wie geht´s?“ ehrlich erzählt, wo gerade der Schuh drückt.

Wenn man den Gesprächspartner in die Lösungssuche mit einbezieht, hat man doppelt gewonnen. Ich habe damit gute Erfahrungen gemacht. Menschen bewerteten es in der Regel positiv, dass ich Probleme angehe und um Verbesserungen bemüht bin. Und sie fühlen sich geehrt, weil ich ihnen kompetenten Rat zutraue. Im besten Fall hat mir ein Geschäftspartners eine Lösung für ein logistisch-organisatorisches Problem vorgeschlagen, die dazu führte, dass ich 30 % mehr Zeit gewann, ohne Umsatz zu verlieren oder höhere Kosten zu verursachen. Solche extremen Erfolge sind sicher die Ausnahme, aber auch für „kleinere“ Lösungen lohnt es sich, Geschäftspartner um Rat zu bitten. Man sollte ihm dabei jedoch nicht die Verantwortung für die Lösung aufzubürden, sondern das Gespräch bewusst offen halten.
Entscheidend ist, nicht von „Finanzproblemen“ zu reden: Zum einen, weil es den Gesprächspartner emotional unter Druck setzen könnte („Wird jetzt erwartet, dass ich Preisnachlass gebe?“), aber vor allem weil finanzielle Engpässe immer nur Resultat von Problemen sind, die an anderer Stelle liegen: Fehlplanung, zu hohe Produktions- oder Vertriebskosten, schlecht motivierte Mitarbeiter usw. Obwohl ich hin und wieder Liquiditätsengpässe habe, habe ich kein „Finanzproblem“, sondern ein Marketingproblem. Es gelingt mir nicht, bereits produzierte Bücher schnell genug zu verkaufen. Ich verliere mein Gesicht nicht, wenn ich Kunden oder Partnern offen sagen: „Wir haben gerade zu hohe Bestände. Haben Sie vielleicht eine Idee, wie ich den Absatz beschleunigen und / oder neue Märke erschließen kann?“ Wer weiß, welche Goldgruben so ein Gespräch eröffnen kann.

Authentisch Werben
Die Art, wie wir Produkte oder Dienstleistungen anbieten, ist ein Lackmustest für unsere Authentizität. „In unseren Fabriken produzieren wir Kosmetik. In den Drogerien verkaufen wir Hoffnung“ schrieb eine Firma und gab damit offen zu, dass sie mit ihrer Werbung auf etwas ganz anderes abzielte, als die tatsächliche Wirkungsweise ihrer Produkte zu beschreiben. Entspricht das, was wir in unserer Werbung sagen, der Wahrheit oder verbinden wir unser Produkt mit einem Versprechen (z.B. Glück, Erfolg, Liebe, Sex), das dieses Produkt nicht erfüllen kann – und was jeder Kunde instinktiv fühlt?
Die Kampagne der Firma Dove kam deshalb so gut an, weil sie den Kundinnen endlich mal nichts Unrealistisches versprach: dass man als normale Durchschnittsfrau nach der Verwendung einer bestimmten Hautcreme im Alltag so gut aussieht wie ein Fotomodell nach zwei Stunden bei der Visagistin, glaubt ohnehin niemand – auch wenn es dennoch lockt.
Werbung darf werben, darf und muss Menschen gewinnen wollen, darf und muss Produkte anpreisen. Aber wenn wir authentisch sind, dann versprechen wir nur Dinge, die wir auch halten. Dann glaubt man uns auch in Zukunft.

Blockaden für Authentizität

Der Wunsch: „Ich möchte authentisch sein, aber nicht, dass Leute hinterher schlechter von mir denken!“ ist verständlich, aber führt uns dennoch immer wieder in die Falle, Menschen und deren Meinung zum bestimmenden Faktor für unser Verhalten werden zu lassen. Tatsächliche oder vermeintliche Erwartungen Anderer, sowie der Wunsch nach Anerkennung oder die Angst vor Ablehnung blockieren uns und bewirken, dass das Handeln durch externe Einflüsse bestimmt wird und nicht mehr authentisch aus uns selbst kommt.
Wenn man sich in bestimmten Situationen häufig als nicht authentisch wahrnimmt, kann man sich selbst mit Fragen auf die Spur der eigenen Gefühle kommen: Was hindert mich, zu sagen oder zu zeigen, wer ich tatsächlich bin? Warum neige ich gerade in dieser Situation dazu, eine Rolle zu spielen? Wen will ich beeindrucken? Vor wem will ich mich als besonders gut darstellen? Wie würde ich mich in dieser Situation verhalten, wenn niemand oder nur der Eine mir zusehen würde (Speak in front of an Audience of one)?
Und wenn es Faktoren gibt, die immer wieder dazu führen, dass man sich anders verhält, als man möchte sollte man möglicherweise die Unterstützung eines kompetenten Gesprächspartners erbitten, der einem hilft, die Wurzeln für dieses Verhalten aufzudecken und zu beseitigen.

Der Lohn der Authentizität

Man ist gerne in der Nähe von Menschen, denen man Echtheit abspürt. Menschen, die ihre Stärken, aber auch ihre Schwächen zeigen können, wecken Sympathie. Wir lieben doch die Jünger Jesu gerade deshalb, weil sie nicht makellose Heilige sind, sondern wie wir, manchmal Holzköpfe und schwer von Begriff sind, manchmal Glaubenshelden und zu anderen Zeiten egoistisch, selbstgerecht.
Im Alter von 26 Jahren veranstaltete ich, reichlich unerfahren, mit einem ebenso unerfahrenen Partner meine erste Konferenz. Einiges ging gründlich schief, die Pannen waren offensichtlich. Hinterher sagte mir eine Frau: „Ich habe Euch die ganze Zeit beobachtet. Ihr habt so viele offensichtliche Fehler gemacht. Aber es war genauso offensichtlich, dass Gott euch gebraucht hat. Bei anderen Veranstaltungen wirken die Leiter immer perfekt. Ich denke, dass ich nie so perfekt sein und von Gott gebraucht werden kann, wie sie. Aber Euch zu sehen, hat in mir Hoffnung geweckt. Wenn Gott Euch – mit allen Fehlern – gebrauchen kann, kann er mich wahrscheinlich auch gebrauchen!“
Authentische Menschen geben anderen Menschen die Erlaubnis, auch selbst authentisch zu sein oder zu werden – die Welt hat ein paar Originale gewonnen und der Himmel freut sich mit.

Kerstin Hack ist Autorin und Verlegerin (www.down-to-earth.de). Sie publiziert Bücher u. a. über Christsein im Beruf, Gebet und Transformation. Sie schreibt und hält Vorträge und Seminare z. B. über. „SWING. Leben in Balance“. Ihr Blog/ Internettagebuch ist unter www.kerstin.down-to-earth.de zu finden. Sie fotografiert und reist gerne und liebt ihre Heimat Berlin.

Zuerst (gekürzt) veröffentlicht in „Christ und Wirtschaft“.

Autor: kerstin

Kerstin Hack, Autorin, Verlegerin und Coach. Mehr über sie gibt es unter http://www.down-to-earth.de und auf ihrem Blog Kerstin pur: http://www.kerstin.down-to-earth.de