Kerstin Hack: Wenn man sich wundert…

Als der HERR die Gefangenen Zions zurückführte, waren wir wie Träumende. Da wurde unser Mund voll Lachen und unsere Zunge voll Jubel. Da sagte man unter den Nationen: „Der HERR hat Großes an ihnen getan!“, heißt es in Psalm 126. Fast jeder hat schon einmal solche Situationen erlebt. Momente, in denen Gott offensichtlich schwierige, unlösbar erscheinende Situationen gelöst hat.

Da war der Freund, der vom Glauben nie etwas wissen wollte – und sich plötzlich Gott zuwandte – ein Grund zum Jubeln. Man erhielt zufällig eine Adresse oder Information gerade da, wo man sie dringend benötigte – ein Grund zur Freude. Da wurde eine schwierige Krankheitsphase überwunden oder es geschah etwas, was Mediziner nur als Wunder bezeichnen – unbeschreiblicher Jubel. Da hat ein Mensch gebetet – und etwas Ungewöhnliches geschah – zum Staunen schön.

Nicht immer kann man beweisen, dass es Gott war, der da gehandelt hat – man kann es ahnen. Ein atheistischer Freund von mir hat den Zusammenhang von Gebet – ich erzählte ihm offen von den Dingen, für die ich gebetet habe – und kleinen und großen Wundern einmal so formuliert: „Bisher habe ich immer an den Zufall geglaubt. Aber der kommt bei dir hart an seine Grenzen.“

Als Berliner Christen sind wir am 1. Mai, an dem es traditionell immer Krawalle gab, auf den Straßen unserer Stadt unterwegs. Wir sammeln Flaschen ein („Flaschen, die nicht liegen, können auch nicht fliegen.“), sprechen mit Menschen und beten für Frieden an diesem Tag. Einmal begleiteten wir betend eine illegale, gewaltbereite Demonstration. Etwa fünfzig Meter von den Demonstranten entfernt positionierte sich die Polizei. Einige Demonstranten kletterten auf einen Lastwagen mit Bauschutt und begannen, Steine herunterzuwerfen. Die Situation drohte zu eskalieren. Steine, Demonstranten, Polizisten – keine gute Mischung. Wir standen auf der anderen Straßenseite und beteten: „Herr, hol die da runter!“ Unerwartet und ohne äußeren Anlass kletterten die Demonstranten wieder vom Lastwagen. „Hast du das gesehen?“, fragte ich meinen Begleiter, weil ich es selbst nicht glauben konnte. Ich habe es mit meinen Augen gesehen und konnte es dennoch kaum glauben.

Ähnlich ging es einem Freund, der lange Jahre auf einem christlichen Schiff mitarbeitete. Als das Schiff renoviert war, ging ihnen das Geld aus. Das Team organisierte eine Fasten- und Gebetskette und bat Gott um sein Eingreifen. Eines Tages sprangen zwei große Fische aus dem Meer direkt an den Strand – vor die Füße eines Teammitgliedes, das da gerade betete. Am nächsten Tag acht. Am übernächsten Tag, dem letzten Tag des Fastens waren es mehr als 8000 Fische, die eingesammelt und konserviert wurden. Die Augen meines Freundes leuchteten, als er von diesem Wunder Gottes erzählt hat. Ich fragte seine Frau, wie sie das erlebt hat. Ihre Antwort war recht nüchtern: „Ich habe mir nur gedacht – was für eine schreckliche Arbeit, die ganzen Fische auszunehmen.“ Der eine sieht das Wunder – der andere nur die stinkenden Fische. Für Wunder braucht man offene Augen, selbst wenn sie vor den eigenen Augen geschehen.

Gekürzte und leicht veränderte Fassung eines Artikels, der zuerst in der Zeitschrift Kontakt erschien. Mit freundlicher Genehmigung.

 

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Autor: kerstin

Kerstin Hack, Autorin, Verlegerin und Coach. Mehr über sie gibt es unter http://www.down-to-earth.de und auf ihrem Blog Kerstin pur: http://www.kerstin.down-to-earth.de