Kerstin Hack: Erschöpfte Schöpfung – Geliebter Kosmos

So sehr hat Gott den Kosmos geliebt, dass er seinen einzigen Sohn sandte. Joh. 3, 16

Abends mache ich einen Spaziergang durch meine Wohnung, laufe durch alle Zimmer und schalte nacheinander alle noch auf Stand by geschalteten elektrischen Geräte aus – von Computer bis CD-Player und Espressomaschine.

Dieser Abendsparziergang gehört für mich zu den vielen kleinen, machbaren Schritten, um den Auftrag,  Gottes Schöpfung zu bewahren, umzusetzen (1. Mose 1, 28). Das war nicht immer so. Früher vermittelten viele Predigten: „Jesus kommt wieder. Vorher wird die Erde zerstört und voller Katastrophen sein. Wenn wir versuchen, dies aufzuhalten, verzögern wir seine Wiederkunft.“ Die Konsequenz daraus war, dass man den Dingen am besten ihren katastrophalen Lauf lässt und sich als Christ besser nicht einmischt, wenn Flüsse vergiftet, Ressourcen vergeudet und Naturkatastrophen selbst verschuldet werden.

Auch wenn die Bibel für die Endzeit Katastrophen voraussagt, entbindet uns das nicht von dem Auftrag, die Welt und ihre Menschen zu lieben. So wie Gott es tut: „So sehr hat Gott die Welt geliebt…“ Das griechische Wort, das in Johannes 3, 16 für Welt verwendet wird, heißt „Kosmos“. Das meint die ganze Umwelt. Gott liebt nicht nur die Menschen, sondern auch den Kosmos, der sie umgibt. Auch hier soll sein heilsames und erlösendes Handeln durch uns erfahrbar werden. Man kann nicht behaupten, Menschen zu lieben, wenn man zulässt und dazu beiträgt, dass ihre Welt durch Ausbeutung und Vergiftung zerstört wird.

Deshalb drückt sich unsere Liebe auch im Engagement für den Erhalt der Schöpfung und für faire Lebens- und Arbeitsbedingungen aus. Die globalen Herausforderungen, vor denen wir stehen, kann keiner alleine bewältigen. Aber jeder kann konkrete, wirksame Schritte gehen. Am besten beginnt man in dem Bereich, der uns am nahesten liegt z. B. beim Putzen, Kochen, Wohnen, Energieverbrauch, Einkaufen, Transport und auf der Arbeit, in der Gemeinde.

Sicher tun Sie schon das eine oder andere ganz praktische, um die Schöpfung zu bewahren. Wenn Sie ihr Engagement erweitern möchten, kann das bedeuten, dass Sie sich zuerst informieren. Manches erschließt sich uns intuitiv. Es ist einleuchtend, dass Fahrradfahren weniger Energie verbraucht als Autofahren oder auch, dass naturbelassene Lebensmittel umweltfreundlicher sind als aufwendig produzierte und verpackte Luxusprodukte. Wo dies nicht so offensichtlich ist, kann man Informationen einholen: über fairen Handel, umweltfreundliche Produkte usw.

Der nächste Schritt wäre, allein oder gemeinsam mit der Familie oder Gemeinde zu entscheiden: Womit will ich / wollen wir beginnen? Aus Liebe zu Gott und zu den Menschen, die auf seiner Erde leben.

 

Zuerst veröffentlicht im Allianzgebetsheft 2008. Mit freundlicher Genehmigung.

 

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Autor: kerstin

Kerstin Hack, Autorin, Verlegerin und Coach. Mehr über sie gibt es unter
http://www.down-to-earth.de und auf ihrem Blog Kerstin pur: http://www.kerstin.down-to-earth.de